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18:16 12.03.2019
Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG und Vorsitzender des Markenvorstands Volkswagen Pkw Quelle: www.imago-images.de
Wolfsburg

Die Dieselkrise, Probleme bei der Einführung des neuen Abgasprüfstandards WLTP und ein schwächelnder Markt in China haben Volkswagen im vergangenen Jahr stark getroffen.

Am Dienstag legt das Unternehmen in Wolfsburg die detaillierten Ergebnisse für 2018 sowie den Geschäftsbericht vor. Die Eckdaten hatte der Konzern bereits veröffentlicht. Das Wichtigste in Kurzform:

+++ 11.23 Uhr +++ Unser Kommentar zum VW-Geschäftsbericht

Volkswagen setzt radikal auf Elektromobilität. Das bedeutet große Chancen, aber auch riesige Anstrengungen. Die wird vor allem die Belegschaft leisten müssen, kommentiert unser Redakteur Stefan Winter. Hier geht es zum Artikel.

+++ 10.58 +++ Porsche ist trotz hoher Investitionen weiter profitabel

Hohe Kosten unter anderem für den Einstieg in die Produktion von Elektroautos drücken bei Porsche wie erwartet etwas auf die Profitabilität. Der Stuttgarter Sportwagenbauer wächst allerdings weiter kräftig und überspringt seine selbst gesetzte Zielmarke immer noch deutlich. Wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Geschäftsbericht der Konzernmutter Volkswagen hervorgeht, stieg der Umsatz der Porsche AG im vergangenen Jahr um fast zehn Prozent auf knapp 25,8 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legte um 3,5 Prozent auf knapp 4,3 Milliarden Euro zu.

Daraus ergibt sich eine operative Rendite von 16,6 Prozent für die Porsche AG, zu der neben dem Kerngeschäft auch Finanzdienstleistungen gehören. Der Wert gibt das Verhältnis von operativem Ergebnis und Umsatz und damit die Profitabilität des Unternehmens an. Mindestens 15 Prozent hat Porsche-Chef Oliver Blume als Ziel vorgegeben. In den beiden Jahren zuvor waren es jeweils mehr als 17 Prozent gewesen. Einen gewissen Rückgang hatten Blume und sein Finanzchef Lutz Meschke allerdings schon in Aussicht gestellt.

Weltweit lieferte Porsche 2018 rund 256 000 Autos aus, vier Prozent mehr als 2017. Fast jedes dritte Fahrzeug geht inzwischen nach China. Das Land ist damit der wichtigste Einzelmarkt für Porsche, gefolgt von den USA.

+++ 9.22 Volkswagen will bald über Börsengang der Lkw-Tochter entscheiden +++

Der Volkswagen-Konzern will sich in den kommenden Tagen zu einem Börsengang der Lkw-Tochter Traton festlegen. „Über den Börsengang entscheiden wir in absehbarer Zeit“, sagte VW-Chef Herbert Diess am Dienstag in Wolfsburg laut Redetext. Es müssten aber auch die Bedingungen an den Geld- und Kapitalmärkten stimmen.

„Das wägen wir ab und bewerten es in den nächsten Tagen“, so Diess. Gemeinhin wird mit einem baldigen Gang an die Börse gerechnet. Traton besteht aus den VW-Töchtern MAN und Scania sowie der brasilianischen Nutzfahrzeugtochter. VW könnte laut Medienberichten bis zu ein Viertel von Traton an die Börse bringen und damit rund 6 Milliarden Euro erlösen.

+++ 8.54 VW-Chef Diess verdient mehr als 8 Millionen Euro +++

Nach seinem Wechsel an die VW-Konzernspitze hat Herbert Diess deutlich mehr Geld verdient. Die Zuwendungen für den Vorstandschef beliefen sich 2018 auf rund 8,2 Millionen Euro, wie aus dem am Dienstag in Wolfsburg vorgestellten Geschäftsbericht hervorgeht. Im Jahr zuvor hatte Diess als Markenvorstand von Volkswagen-Pkw 5,6 Millionen Euro verdient. 2018 übernahm der 60-Jährige im April das Amt von Matthias Müller.

Lesen Sie auch: VW will CO2-neutral werden – Umbau in Produktion und Verwaltung

+++ 8.45 Reform zur Bestimmung der Vorstandsgehälter +++

In den vergangenen Jahren hatten Boni für VW-Manager angesichts der Dieselkrise immer wieder Kritik ausgelöst. Der Konzern reformierte zum Geschäftsjahr 2017 sein System zur Bestimmung der Vorstandsgehälter. Seitdem gibt es für den Vorstandschef eine Höchstgrenze von 10 Millionen Euro, für Vorstandsmitglieder von 5,5 Millionen Euro. Während die festen Grundgehälter tendenziell angehoben werden, fallen die Regeln zur Berechnung erfolgsabhängiger Bonuszahlungen strikter aus und orientieren sich teils an der künftigen Entwicklung.

+++ 8.00 Die Bilanz 2018: Auslieferung von 10,83 Millionen Fahrzeugen mehr +++

2018 lieferte der Konzern trotz aller Schwierigkeiten mit 10,83 Millionen Fahrzeugen mehr Autos aus als jemals zuvor. Mit 12,15 Milliarden Euro stieg der Nachsteuergewinn um 6 Prozent. Für 2019 sind die Aussichten eher getrübt. Diess rechnet damit, dass der Gegenwind in wichtigen Märkten wie China 2019 nochmals stärker werden dürfte. Dennoch erwartet er auch für das neue Jahr ein Umsatzplus von bis zu 5 Prozent auf den Vorjahreswert 235,8 Milliarden Euro.

+++ 7.42 Elektro-Offensive angekündigt +++

Der Volkswagen-Konzern will noch deutlich mehr Elektromodelle auf den Markt bringen als bisher geplant. Bis 2028 sollen fast 70 neue E-Autos in den Verkauf gehen, wie der Autobauer am Dienstag in Wolfsburg mitteilte. Bisher hatte VW von 50 E-Modellen gesprochen. In den kommenden zehn Jahren will VW dann 22 Millionen Elektroautos auf eigenen Plattformen bauen statt bisher geplant 15 Millionen.

„Um die notwendigen Investitionen für die E-Offensive tätigen zu können, müssen wir unsere Effizienz und unsere Performance in allen Bereichen weiter steigern“, sagte VW-Konzernchef Herbert Diess. Volkswagen will in den kommenden fünf Jahren 44 Milliarden Euro in neue Technik wie E-Antriebe, autonomes Fahren und Digitalisierung stecken. Im nächsten Jahrzehnt greifen in der EU härtere Vorschriften für den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxid. Autohersteller müssen daher die Elektromobilität ausbauen, um Strafzahlungen zu vermeiden.

+++ 4.40 Das sagt Konzernchef Diess zu den Ergebnissen +++

„Wir haben uns trotz starken Gegenwinds ordentlich geschlagen“, sagte VW-Konzernchef Herbert Diess. Die Konzernmarken hätten hart an ihrer Entwicklung gearbeitet.

„Jetzt gilt es, dieses Anstrengungen noch zu verstärken.“ Konkrete Maßnahmen nannte der Chef zunächst nicht. Vor dem Wochenende hatte es im „Handelsblatt“ geheißen, Diess wolle bei der Kernmarke mit rund 5000 Stellenstreichungen weitere Milliarden sparen.

+++ 4.45 Die ersten Fakten aus dem Geschäftsbericht: Das operative Ergebnis +++

Die Marken des Volkswagen-Konzerns haben im vergangenen Jahr vor allem wegen der Einführung neuer Abgas- und Verbrauchstests teilweise deutlich an Gewinn einbüßen müssen.

Bei der Kernmarke VW fiel das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen trotz eines Umsatzanstiegs von 3,3 auf 3,2 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Wolfsburg mitteilte.

Höhere Rabatte, unter anderem die sogenannte Umweltprämie für den Umtausch alter Dieselautos, Wechselkurseffekte und Vorleistungen für neue Elektromodelle kosteten ebenfalls Geld.

Der Umsatz kletterte dank gestiegener Verkäufe hingegen um 6,8 Prozent auf 84,6 Milliarden Euro. Der Anteil des operativen Ergebnisses am Umsatz rutschte damit von 4,2 auf 3,8 Prozent. Damit verfehlte die Marke das selbst gesetzte Renditeziel von 4 Prozent.

+++ 4.30 Zahlen zur Tochter-Marke Audi +++

Der Konzern konnte wegen fehlender Zulassungen als Folge des neuen Abgas- und Verbrauchstests WLTP viele Modelle über längere Zeit nicht anbieten. Auch die Tochter-Marke Audi bekam dieses Problem zu spüren. Der Umsatz der Ingolstädter ging leicht auf 59,2 Milliarden Euro zurück, das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen fiel von 5,1 Milliarden Euro auf 4,7 Milliarden.

+++ 4.15 Zahlen zur Tochter Skoda +++

Auch bei der Tochter Skoda belastete WLTP das Ergebnis. Die Sportwagentochter Porsche steigerte den Umsatz um 9,2 Prozent auf 23,7 Milliarden Euro, das operative Ergebnis legte um 2,7 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro zu.

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Von RND/dpa/ngo/mrz

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