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Wirtschaft VW entschuldigt sich für Tierversuche mit Affen
Nachrichten Wirtschaft VW entschuldigt sich für Tierversuche mit Affen
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18:43 27.01.2018
Nach dem Bekanntwerden hat sich Volkswagen für die Tierversuche mit Affen entschuldigt. Quelle: dpa
Wolfsburg

VW hat sich für die Tierversuche in den USA entschuldigt, bei denen Affen gezielt Dieselabgasen ausgesetzt worden waren. „Wir sind der Überzeugung, dass die damals gewählte wissenschaftliche Methodik falsch war. Es wäre besser gewesen, auf eine solche Untersuchung von vornherein zu verzichten“, teilte der Konzern am Samstag mit. Volkswagen distanziere sich klar von allen Formen der Tierquälerei. „Wir entschuldigen uns für das Fehlverhalten und die Fehleinschätzung Einzelner.“

Die Tests mit den Affen waren Teil einer Studie, die beweisen sollte, dass die Diesel-Schadstoffbelastung dank moderner Abgasreinigung erheblich abgenommen hat. Die Studie wurde von der EUGT („Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor“), eine von Volkswagen, Daimler und BMW finanzierte Lobby-Initiative, beim US-amerikanischen Lovelace Respiratory Research Institute (LRRI) in Auftrag gegeben. Die „New York Times“ berichtete als erstes über die Tierversuche. Dabei sollen mehrere Affen über Stunden hinweg in geschlossene Räume mit einem laufenden VW Beetle gesperrt worden sein.

Laut dem Studienleiter des LRRI Jake McDonald wollte man die Experimente anfangs sogar mit Menschen durchführen. Doch nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Dieselabgase als krebserregend eingestuft habe, seien wegen rechtlicher Bedenken die Affen zum Einsatz gekommen. Die entscheidenden Anweisungen habe stets VW gegeben.

Großaktionär Niedersachsen teilte am Samstag mit, die Vertreter des Landes im Aufsichtsrat drängten auf vollständige Aufklärung der Geschehnisse aus dem Jahr 2014, von denen sie erst durch die Medien erfahren hätten. Außerdem müsse sichergestellt werden, dass nie wieder vergleichbare Studien in Auftrag gegeben werden. „Zehn Affen stundenlang mutwillig Autoabgase einatmen zu lassen, um zu beweisen, dass die Schadstoffbelastung angeblich abgenommen habe, ist widerlich und absurd“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).

Von RND/dpa

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