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10:38 19.02.2019
Von Ulrich Metschies
In diesem Fall noch harmlos: Hunderte fremder Smartphone-Fotos fanden sich auf dem Stick, den die Kundin vom Telekom-Shop Schwentinental mit nach Hause bekommen hatte. Quelle: Uwe Paesler (Symbolfoto)
Schwentinental

Auf dem Stick befanden sich sogar Erotik-Aufnahmen und Passwörter, die Nutzer auf ein Stück Papier geschrieben und leichtfertig abfotografiert hatten.

Verbraucherschützer alarmiert

Die Kundin informierte die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Dort ist man alarmiert: "Die Datenpanne des Telekom-Shops bedeutet einen massiven Verstoß gegen Datenschutzgesetze", sagt Rechtsexperte Boris Wita. Insgesamt enthalte der USB-Stick Kopien der Smartphone-Gerätespeicher von sieben Kunden. Offenbar hatten sie ebenfalls Sicherungskopien ihrer Smartphones in dem Shop abspeichern lassen. Wita: "Neben Fotos und Videos sind auch Passwörter für Online-Konten sowie Namen und Telefonnummern aus Anrufprotokollen unter den weitergegebenen Daten." Betroffen seien damit "mehrere hundert Menschen".

Ausmaß des Datenlecks ist noch offen

Die Verbraucherzentrale prüft nun, ob eine Abmahnung und ein Bußgeld gegen die Telekom infrage kommen. Dass die Sicherungskopien mehrerer Verbraucher und Verbraucherinnen weitergegeben wurden, werfe die Frage nach dem tatsächlichen Ausmaß der Datenpanne auf. Wita: "Möglicherweise ist das bisher Bekannte nur die Spitze des Eisbergs und es sind noch mehr Menschen betroffen."

Derzeit prüft der Bundesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit (BfDI) den Vorfall. Dieser sei nicht von der Telekom, sondern von der Verbraucherzentrale gemeldet worden, so ein Sprecher.  Bei der Telekom heißt es, man stehte zur Aufklärung in Kontakt mit dem BfDI. Der vorgegebene Prozess sehe vor, dass vom Kunden gewünschte Datentransfers von einem Endgerät zum anderen über neue, unbenutzte USB-Sticks erfolgen, die der Kunde kauft: "Warum im Telekom-Shop Schwentinental von diesem Standardprozess abgewichen wurde, prüfen wir derzeit", so ein Telekom-Sprecher. 

Datenschutzzentrum liegen ähnliche Fälle vor 

Um das Ausmaß des Datenlecks zu ermitteln, ruft die Verbraucherzentrale Nutzer auf, ihre Speichermedien aus Telefonanbieter-Shops zu überprüfen. Nach Angaben des Unabhängigen Landesdatenschutzzentrums (ULD) sind Vorkommnisse dieser Art keineswegs Einzelfälle: "So etwas passiert in ähnlicher Form immer wieder, etwa beim Kauf von gebrauchten Handys oder Computern", sagt ULD-Chefin Marit Hansen.

Das sollten Betroffene tun

Kunden, die Datensicherungsdienste nutzen, sollten nach Empfehlung des BfDI im Geschäft darauf drängen, dass die Daten nach der Übertragung aus den verwendeten Systemen gelöscht werden. Verbraucher, die USB-Sticks mit fremden Daten erhalten, sollten zunächst den zuständigen Dienstleister darauf aufmerksam machen, den Vorfall jedoch auch neutralen Stellen wie der Verbraucherzentrale oder Dentschutzbehörden melden.

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