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Wirtschaft Verhandlung mit Cerberus/Flowers läuft
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07:00 17.01.2018
Von Anne Holbach
Die amerikanischen Finanzinvestoren Cerberus und Flowers sollen 700 Millionen Euro für die HSH Nordbank geboten haben. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Am Montag soll es ein Treffen der Vertreter der HSH-Dachgesellschaft HoldCo gegeben haben, die zu 94 Prozent Schleswig-Holstein und Hamburg gehört. Die Nordbank will sich zu den laufenden Verhandlungen ebenso wenig äußern wie das Kieler Finanzministerium. „JC Flowers has no comment“, heißt es auch vom Finanzinvestor aus New York auf Anfrage – zu deutsch: Kein Kommentar. Die gleiche Antwort kommt von Cerberus.

Obwohl sich alle Parteien bedeckt halten, war bekannt geworden, dass Cerberus und Flowers 850 Millionen Dollar für die Nordbank hinlegen wollen – umgerechnet 700 Millionen Euro. Auch die amerikanische Beteiligungsgesellschaft Apollo war zuletzt noch mit im Rennen. Aus Verhandlungskreisen ist zu hören, dass die Gespräche mit Cerberus und Flowers zwei Wochen dauern sollen. Die Apollo-Vertreter stünden auf Warteposition.

„Jedes Angebot über ein Euro ist ein gutes Angebot“, sagte FDP-Politiker Wolfgang Kubicki. Ein Verkauf an einen privaten Investor sei jetzt die beste aller Lösungen und nehme dem Land die Last ab, die Bank abwickeln zu müssen. Das wäre die Alternative, wenn der Verkauf nicht wie nach Vorgaben der EU-Kommission bis zum 28. Februar über die Bühne geht.

Für die Hamburger Handelskammer ist das nicht unbedingt die schlechtere Option. In einem Positionspapier der Kammer heißt es: „Zu diskutieren ist, ob der Verkauf der HSH Nordbank an einen Finanzinvestor mehr Chancen oder mehr Risiken bietet und ob die geordnete Abwicklung der Bank die bessere oder schlechtere Alternative ist.“ Auch Professor Norbert Dieckmann von der Hamburger EBC-Hochschule ist der Meinung, dass das vorliegende Angebot von den HSH-Eignern sorgfältig mit einem Abwicklungsszenario verglichen werden müsste.

„Die Hausnummer von 700 Millionen Euro alleine ist nicht aussagekräftig“, so der Finanzexperte. „Was neben dem rein finanziellen Aspekt zählt, ist die Arbeitsplatzsicherung und ob sich ein Finanzinvestor tatsächlich für die Fortführung der Geschäfte interessiert.“ Es geht insgesamt um 2000 Arbeitsplätze in Hamburg und Kiel.

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