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Wirtschaft Voith baut keine Loks mehr in Kiel
Nachrichten Wirtschaft Voith baut keine Loks mehr in Kiel
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07:50 28.01.2014
Von Jörn Genoux
210 Mitarbeiter sind hier noch beschäftigt: das Voith-Lokomotivenwerk im Kieler Nordhafen. Quelle: FB (Archiv)

In der Hochphase waren in dem Werk inklusive Leihkräften knapp 400 Mitarbeiter beschäftigt worden. Doch der Auftrag der Deutschen Bahn, die 130 Loks in Kiel bestellt hatte, ist inzwischen weitgehend abgearbeitet. Und neue Aufträge gibt es nicht, auch weil die Kieler Lokbauer sich schon seit Monaten nicht mehr um Neuaufträge bemühen dürfen.

Die Geschäftsführung des Familienkonzerns (43000 Mitarbeiter) informierte am Montag den Voith-Wirtschaftsausschuss über den Beschluss, „die Gespräche mit Interessenten für die Übernahme der Lokfertigung nicht fortzusetzen“, wie es in einer Mitteilung heißt. Die Verhandlungen hätten „nicht zu einem befriedigenden Fortführungsszenario, insbesondere im Hinblick auf die Sicherstellung bestehender Kundenverpflichtungen geführt“, begründete Voith den Schritt. Der Kieler Betriebsrat wurde nach der Sitzung über die Entscheidung informiert. Vor fast zwei Jahren hatte Voith erstmals angekündigt, dass in Kiel einschneidende Veränderungen geplant sind. Seither wurden die Optionen Verkauf, Schließung oder Umbau als Service-Standort geprüft. Bei Voith hatten sich mehrere ernsthafte Kaufinteressenten gemeldet. Auch über eine Kooperation mit Vossloh Locomotives (Kiel-Friedrichsort) war spekuliert worden. Voith war erst vor rund zehn Jahren durch den Aufbau des Kieler Werkes in den Lokbau eingestiegen.

Zuletzt war nach Informationen von KN-online nur noch ein Interessent im Rennen: der US-Finanzinvestor One Equity Partners (OEP), der frühere Eigentümer der Kieler Werft HDW. OEP soll sehr großes Interesse an einer Übernahme des Werkes haben. Zusammen mit einem russischen Partner, dem Metallbaukonzern ZMK, der auch Loks und Eisenbahnwaggons herstellt, wollten die Amerikaner in Kiel neue Loktypen entwickeln und zum Teil auch bauen lassen. OEP wollte in den kommenden Tagen ein verbindliches Angebot abgeben.

„Die Mitarbeiter sind vor den Kopf geschlagen und hochgradig enttäuscht“, berichtete Lena Lehmann von der IG Metall Kiel/Neumünster. Es stelle sich zudem die Frage nach der langfristigen Zukunftsperspektive des Standortes. Die Gewerkschaft werde nun zusammen mit dem Betriebsrat das Konzept von Voith bewerten. Für die Mitarbeiter, die das Unternehmen verlassen müssten, wolle man „die größtmögliche Absicherung erreichen“. Am Dienstag soll es eine Information der Belegschaft geben.

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