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Wirtschaft Einblicke in die neue Lokbauerwelt
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22:00 09.03.2018
Von Isabelle Breitbach
Schöne neue Arbeitswelt: Blick in die neue Produktionshalle von Vossloh in Kiel-Suchsdorf. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Ein Fabrikkomplex von zwölf Gebäuden auf rund 90.000 Quadratmetern Fläche – so sah Vossloh Locomotives noch vor gut einem halben Jahr aus. Seit dem 22. Dezember 2017 ist der Standort Friedrichsort Geschichte. Der Umzug in die neue Fabrik in Kiel-Suchsdorf ist innerhalb weniger Monate geglückt – davon durften sich Medienvertreter gestern überzeugen.

Trotz der massiven Verkleinerung auf 18.000 Quadratmeter lief der Ortswechsel reibungslos: Nach der Umsiedelung der Verwaltung im Juli 2017 nahm die Produktion Hallenschiff für Hallenschiff in Betrieb. Stahlarbeiten für den Lokrahmen erfolgen jetzt in aneinandergrenzenden Hallen, in der Querverbindung wird lackiert. Danach geht es zur Montage von Drehgestell und Motor. Vor der Inbetriebnahme durchläuft jede Lok in der Prüfanlage und auf einem Messfeld funktionelle Tests. Der Anschluss an das öffentliche Schienennetz ist nur ein Werkstor entfernt.

„Es ist eine neue Welt.“ So fasst Geschäftsführer Thomas Schwichtenberg den Neuanfang zusammen. Alles unter einem Dach zu haben, das bedeute für ihn ebenso wie für seine Mitarbeiter einen echten Sinneswandel. Vom Zugewinn an Kommunikation über mehr Effizienz und bis hin zu kürzeren Wegen sieht er nur Vorteile.

Doch auch wenn die neue Fabrik modern und wettbewerbsfähig ist: Bereits in Kürze könnte hier ein neuer Hausherr das Sagen haben. Knapp 20 Jahre nach der Übernahme der Siemens Schienenfahrzeugtechnik GmbH – wiederum hervorgegangen aus dem Traditionsunternehmen MaK – wird sich die Vossloh AG vom Lokomotivbau an der Förde verabschieden.

Verkaufsgespräche laufen seit Jahren, doch nun wird es offenbar konkret: Ende Februar hatte die Konzernführung im sauerländischen Werdohl beschlossen, den Geschäftsbereich Transportation, zu dem der Lokbau als letzte verbliebene Sparte gehört, in der Bilanz für 2017 als „nicht fortgeführte Aktivität“ auszuweisen. Dieser Schritt hatte Buchwertabschreibungen zur Folge, durch die der Konzern unterm Strich einen Verlust ausweisen muss. In seinen Kerngeschäftsfeldern Schienenbefestigungssysteme, Betonschwellen, Weichensysteme und Dienstleistungen konnte das Unternehmen den Gewinn vor Zinsen und Steuern jedoch um knapp 13 Millionen auf 70,3 Millionen Euro steigern.

Über die Namen potenzieller Käufer schweigt sich Vossloh nach wie vor aus. Konkretes Interesse wird dem chinesischen Staatskonzern CRRC nachgesagt, der als größter Lokhersteller der Welt gilt. Doch auch Interessenten aus Russland und Spanien sollen im Rennen sein.

Für den Standort Kiel sieht Vossloh auch unter der Führung eines neuen Eigentümers gute Perspektiven: Die Auftragsbücher seien prall gefüllt, die Auslastung der Produktion sei bis mindestens 2020 gesichert, hieß es gestern.

In Kiel-Suchsdorf hat Vossloh eine moderne Produktionshalle gebaut. Seit Anfang des Jahres ist die Verwaltung und die Verarbeitung an den neuen Standort verlagert. „Es ist eine neue Welt“, sagt Geschäftsführer Thomas Schwichtenberg. Er ist froh, nun alles unter einem Dach zu haben.
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