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Wirtschaft Flughafen Hamburg: Dutzende Flüge fallen aus
Nachrichten Wirtschaft Flughafen Hamburg: Dutzende Flüge fallen aus
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14:59 14.01.2019
Am Flughafen in Hamburg soll auch gestreikt werden. Quelle: dpa
Hamburg

Flugreisende müssen am Dienstag in Hamburg mit Ausfällen und Verspätungen wegen eines Warnstreiks beim Sicherheitspersonal rechnen. Am Airport Hamburg soll in der Nacht zum Dienstag um Mitternacht ein ganztägiger Warnstreik beginnen. 

Dutzende Flüge sind bereits am Montag gestrichen worden, wie aus den Übersichten für die Ankünfte und Abflüge am Hamburger Airport ersichtlich war. Ursprünglich waren für Dienstag 178 Abflüge mit mehr als 20 000 Passagieren sowie 179 ankommende Maschinen eingeplant.

Es seien starke Einschränkungen im Luftverkehr zu erwarten, teilte die Gewerkschaft Verdi am Sonntagabend mit. «Uns liegt immer noch kein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeberseite vor. Also müssen wir den Druck erhöhen, damit endlich etwas passiert», erklärte Verhandlungsführer Peter Bremme von Verdi Hamburg in einer Mitteilung.

Warnstreiks auch an anderen Flughäfen

Bestreikt werden sollen am Dienstag neben dem Flughafen Hamburg auch die Flughafen-Drehkreuze Frankfurt am Main und München sowie die Flughäfen Hannover, Bremen, Dresden, Erfurt und Leipzig/Halle.

Nach Angaben des Flughafenverbands ADV dürften deutschlandweit nach Stand vom Sonntagabend mindestens 220 000 Passagiere betroffen sein. «Es ist unverantwortlich von Verdi, die Streiks bis zum Exzess auszudehnen», erklärte der Flughafenverband mit Blick auf die Ausweitung der Warnstreiks. Die Deutsche Luftverkehrswirtschaft und die Flughäfen warfen der Gewerkschaftsseite Rücksichtslosigkeit zulasten der Passagiere vor.

Anlass des Ausstands ist der laufende Tarifkonflikt. Die Gewerkschaften fordern für die bundesweit 23 000 Beschäftigten im Bereich der Passagier-, Fracht-, Personal- und Warenkontrolle an den Flughäfen eine einheitliche Bezahlung. Verdi verlangt brutto 20 Euro pro Stunde, der DBB fordert einen Stundenlohn von 19,50 Euro. Bislang sind die Stundenlöhne in der Branche regional sehr unterschiedlich geregelt.

Am 23. Januar wollen sich Verdi und Arbeitgeber in Berlin zu ihrer fünften Verhandlungsrunde in dem Tarifkonflikt wieder an einen Tisch setzen. Der nächste Verhandlungstermin von DBB und BDLS ist für den 24. Januar 2019 ebenfalls in Berlin vereinbart.

Von RND/dpa