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Wirtschaft Arbeitsmarkt "in sehr guter Verfassung"
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16:52 30.08.2018
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (Juni-Daten) in Schleswig-Holstein ist im Vergleich zum Vorjahr um 19 500 oder 2,0 Prozent auf 984 500 gestiegen. Quelle: Patrick Pleul/dpa
Kiel

Die Zahl der Arbeitslosen in Schleswig-Holstein ist im August zwar leicht gestiegen, liegt aber deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Wie die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mitteilte, waren im August rund 84 900 Frauen und Männer ohne festen Job gemeldet. Das sind 9000 oder 9,6 Prozent weniger als vor einem Jahr. Damit wurde die niedrigste Arbeitslosenzahl in einem August seit 1992 erreicht.

Zum Vormonat Juli gab es aus jahreszeitlichen Gründen eine leichte Zunahme um 430 Arbeitslose oder 0,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt wie im Juli bei 5,4 Prozent. Im August vergangenen Jahres hatte sie noch 6,1 Prozent betragen.

"Der leichte Anstieg der Arbeitslosenzahlen gegenüber dem Vormonat Juli kommt für uns nicht überraschend, da die Betriebe üblicherweise erst nach den Sommerferien neues Personal einstellen", sagte die Chefin der Regionaldirektion der Arbeitsagentur, Margit Haupt-Koopmann. "Für mich ist wichtig, dass wir zum ersten Mal in einem August seit 1992 wieder eine Arbeitslosenzahl von unter 85 000 für Schleswig-Holstein melden können."

Anziehen nach Sommerflaute

Die Entwicklung sei ausgesprochen erfreulich, resümierte Haupt-Koopmann. "Der Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein ist in sehr guter Verfassung." Bereits jetzt sei nach der saisonal üblichen Sommerflaute auf dem Arbeitsmarkt ein starkes Anziehen spürbar. Erfreulich sei auch der Rückgang bei den Langzeitarbeitslosen um 3000 im Vergleich zum Vorjahr.

Arbeitsminister Bernd Buchholz (FDP) und Haupt-Koopmann appellierten an Jugendliche, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, nicht zu resignieren: "Obwohl das neue Ausbildungsjahr offiziell bereits begonnen hat, zeigt die Erfahrung der letzten Jahre, dass gerade vor dem Hintergrund eines partiellen Fachkräftemangels weiterhin gute Chancen für junge Menschen bestehen, noch in diesem Jahr mit einer Ausbildung starten zu können", sagte Buchholz. Haupt-Koopmann empfahl, die Jobbörse der Arbeitsagentur im Internet zu nutzen und die Ausbildungsplatzbörsen, die in den nächsten Wochen gemeinsam mit den Kammern im Rahmen der so genannten Nachvermittlung veranstaltet werden, zu besuchen.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (Juni-Daten) in Schleswig-Holstein ist im Vergleich zum Vorjahr um 19 500 oder 2,0 Prozent auf 984 500 gestiegen. Besonders im verarbeitenden Gewerbe (+3.400), im Gesundheits- und Sozialwesen (+2.300), im Handel (+2.000) und der öffentlichen Verwaltung/Sozialversicherungen (+1.900) sind zusätzliche Arbeitsplätze entstanden. In der Finanz- und Versicherungswirtschaft (-500) wurde Beschäftigung abgebaut.

Dithmarschen hat höchsten Wert

Die geringste Arbeitslosigkeit hat der Kreis Stormarn mit einer unveränderten Quote von 3,3 Prozent. Den höchsten Wert unter den Kreisen hat Dithmarschen mit 5,9 Prozent - ebenfalls unverändert. Bei den kreisfreien Städten schwankt die Quote zwischen weiterhin 7,7 Prozent in Lübeck und 8,3 in Neumünster (Juli: 8,4 Prozent).

Haupt-Koopmann rechnet mit der Herbstbelebung auf dem Arbeitsmarkt bereits im September mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosenzahl auf unter 80 000. Bereits jetzt zeichne sich eine insgesamt sehr positive Entwicklung für 2018 ab. Nach ihrer jüngsten Prognose geht die Arbeitsagentur im Jahresdurchschnitt von 84 700 Arbeitslosen aus - das sind 7700 Arbeitslose weniger als noch 2017.

Buchholz verwies auf den positiven Trend im Bereich der Migranten und Flüchtlinge: "Die Jahreswerte der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus nichteuropäischen Asylherkunftsländern der vorigen beiden Jahre sind positiv. Der schleswig-holsteinische Arbeitsmarkt zeigt sich für Geflüchtete und Migranten weiterhin aufnahmefähig." Bei der Zahl der arbeitslos gemeldeten Ausländer erwarte er dennoch in den nächsten Monaten einen Anstieg, da die Integrations- und Sprachkurse enden und sich die Betroffenen bei den Jobcentern melden.

Von dpa

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