Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Wirtschaft Zynga veröffentlich "Farmville"-Nachfolger
Nachrichten Wirtschaft Zynga veröffentlich "Farmville"-Nachfolger
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:40 06.09.2012
Die Fortsetzung der altbewährten Bauernhof-Simulation «Farmville» soll für den krisengeschüttelten Spieleanbieter Zynga den Karren aus dem Dreck ziehen. Der zweite Teil soll mit mehr Details und weniger Klicks punkten. Quelle: Handout Zynga

Der neue Titel werde auf Facebook und die Plattform Zynga.com online gestellt.

Dies teilte das Unternehmen am Mittwoch in San Francisco mit. "Farmville 2" ist in 16 Sprachen verfügbar - ein Novum für das US- Unternehmen, das seine Spiele bislang nicht übersetzte. Den ersten Teil, den noch rund 18 Millionen Nutzer regelmäßig spielen, will Zynga weiterführen.

"Farmville 2" soll die Nutzer mit einer besseren Grafik locken - Zynga hat mit der Flash-Technologie erstmals einen Titel vollständig in 3D entwickelt und die Spielwelt aufwendiger gestaltet. Auch der Spielablauf ist komplexer geworden, die Nutzer sind nun in eine Art Wirtschaftskreislauf eingebunden und können Güter wie Getreide, Milch und Eier weiterverarbeiten. Auch mit Vereinfachungen, etwa beim virtuellen Ernten, sollen sie länger bei der Stange bleiben. Nicht neu ist das Geschäftsmodell: Wie in den meisten anderen Gratisspielen baut Zynga bewusst Verzögerungen ein, die Nutzer umgehen können, indem sie Geld ausgeben.

Mittlerweile seien viele "Farmville"-Nutzer zu anderen Spielen weitergezogen, sagte Tim LeTourneau, Top-Manager bei Zynga, der Nachrichtenagentur dpa. "Das heißt nicht, dass sie keine Farmspiele mehr mögen - sie wollen nur dieses Spiel nicht mehr." Deswegen habe das Unternehmen die virtuelle Landwirtschaft mit "Farmville 2" von Grund auf neu gestaltet.

Mit dem Gratisspiel "Farmville" gelang dem 2007 gegründeten Unternehmen der Durchbruch, zwischenzeitlich loggten sich mehr als 80 Millionen Nutzer im Monat ein. Zynga half damit auch, das Genre der Social Games zu etablieren - diese docken an Soziale Netzwerke wie Facebook an und zeichnen sich durch Interaktionen mit den eigenen Freunden aus.

Mittlerweile beackern zahlreiche Anbieter dieses Feld, darunter Spiele-Riesen wie Electronic Arts und Ubisoft. Doch die Investoren haben das Vertrauen in Zynga verloren, seit dem Börsengang im Dezember ist der Aktienkurs abgestürzt. Mehrere Top-Manager verließen das Führungsteam. Zudem steht wegen eines anderen Spiels noch eine Ideenklau-Klage des Branchenriesen Electronic Arts ins Haus.

Zynga bietet Spiele wie "Farmville", "Cityville" oder "Texas Hold'em Poker" kostenlos an und verdient vor allem am Verkauf virtueller Güter, die Nutzern beispielsweise einen Zeitvorteil verschaffen oder die eigene Figur oder Farm aufhübschen. Experten sprechen vom Free-to-play-Modell. Zynga setzte bei der Verbreitung lange ausschließlich auf Facebook, versucht sich inzwischen aber mit seiner eigenen Plattform Zynga.com vom Netzwerk-Riesen unabhängiger zu machen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Insolvenzverwalter der P+S-Werften ist optimistisch, dass es mit dem Schiffbau in Stralsund und Wolgast weiter gehen wird. Alle Besteller wollten weiterhin ihre Schiffe, sagte Berthold Brinkmann am Donnerstag nach dem ersten Treffen des Gläubigerausschusses in Schwerin.

06.09.2012

Der Apple-Fernseher, über den seit langem spekuliert wird, kommt laut einem US-Bericht in diesem Jahr nicht mehr auf den Markt. Der iPhone-Konzern arbeite zwar schon seit 2005 an einem Vorstoß ins TV-Geschäft, aber Verhandlungen mit der amerikanischen Fernsehbranche erwiesen sich als entscheidender Stolperstein.

06.09.2012

Die EU droht der mächtigen Solarbranche Chinas mit Strafzöllen. Die EU-Kommission eröffnete ein Antidumping-Verfahren zu Einfuhren chinesischer Hersteller. Wegen des hohen Wertes der Importe von 21 Milliarden Euro pro Jahr ist der Fall beispiellos.

06.09.2012
Anzeige