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Wissen Forscher entdecken Antibiotika-resistente Bakterien auf der ISS
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14:46 24.11.2018
Auch auf der Internationalen Raumstation gibt es resistente Krankheitserreger. Quelle: Nasa/dpa
Pasadena/Köln

Forscher haben an Bord der Internationalen Raumstation ISS Bakterien-Stämme entdeckt, die gegen etliche Antibiotika resistent sind. Die insgesamt fünf Varianten des Bakteriums Enterobacter seien zwar nicht aggressiv, könnten aber durchaus das Potenzial haben, Krankheiten hervorzurufen. Das berichtet das Team um Nitin Singh vom California Institute of Technology in Pasadena im Fachblatt „BMC Microbiology“. Ein Experte vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) spricht von einer Herausforderung, auf die die Raumfahrer reagieren müssten.

„Auf der ISS leben Menschen, und die werden natürlich begleitet von Mikroorganismen“, sagt Ralf Möller, Leiter der DLR-Arbeitsgruppe Weltraummikrobiologie, der nicht an der Studie beteiligt war. „Deshalb wurde die ISS von Anfang an gezielt auf Mikroorganismen untersucht.“ Vor einem Jahr hatten Forscher im Fachblatt „PeerJ“ in einer Art Bestandsaufnahme rund 20 Bakteriengruppen auf der Raumstation vorgestellt.

Bakterien tragen Resistenzgene gegen viele Antibiotika

Das Team um Singh untersuchte nun fünf Enterobacter-Stämme, deren Proben im Jahr 2015 vor allem von der ISS-Toilette, aber auch aus dem Fitness-Bereich der Raumstation genommen worden waren. Nach dem genetischen Vergleich mit fast 1300 auf der Erde gefundenen Enterobacter-Proben berichten sie, dass die Bakterien drei Varianten auf der Erde ähneln. „Diese drei Stämme gehörten zur Art Enterobacter bugandensis, die Krankheiten bei Neugeborenen und bei einem immungeschwächten Patienten in drei Krankenhäusern verursacht hatten“, wird Studienleiter Kasthuri Venkateswaran in einer Mitteilung des Verlags zitiert. Dabei handelt es sich um zwei Kliniken in den US-Staaten Washington und Colorado sowie eine in Tansania.

Die Analyse ergab auch, dass die Bakterien Resistenzgene gegen eine ganze Reihe von Antibiotika tragen – darunter Cefazolin, Cefoxitin, Oxacillin und Penicillin – und dass sie vermutlich auch die Möglichkeit haben, Krankheiten zu verursachen. Insgesamt identifizierten die Forscher 112 derartige Gene. Zudem berichtet das Team, dass manche Bedingungen im Weltall – etwa die fast vollständige Schwerelosigkeit – zur Entstehung solcher Fähigkeiten beitragen können.

Sind die Resistenzen auf der ISS entstanden?

„Ob ein Erreger wie E. bugandensis eine Krankheit verursacht und wie groß die Bedrohung ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, auch von der Umgebung“, sagt Venkateswaran. Diese Fähigkeit müsse man nun gezielt untersuchen.

Auch der DLR-Experte Möller betont, man müsse das Gefährdungspotenzial durch die Bakterien prüfen. Spannend sei zudem die Frage, ob die Resistenzen von einem Raumfahrer auf die ISS gebracht wurden oder ob sie erst vor Ort entstanden sind. Zu letzterer Möglichkeit könnten etwa die Bedingungen auf der ISS beigetragen haben, etwa die fast vollständige Schwerelosigkeit und die kosmische Strahlung, aber auch an Bord verwendete Chemikalien.

Der Umgang mit solchen Keimen sei nun „eine echte Herausforderung“, sagt Möller. Künftig müsse man etwa verstärkt auf Hygiene achten und derartige Keime zudem schnell feststellen. Zu erwägen sei auch die Ausstattung der ISS mit antimikrobiellen Oberflächen.

Von RND/doa

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