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Wissen Medikamenten-Apps: Das sollten Sie beachten
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14:53 06.03.2019
Freundliche Erinnerung: Medikamenten-Apps wissen, wann ihre Besitzer bestimmte Arzneimittel nehmen müssen – und noch mehr. Quelle: dpa-tmn
Hannover

Es ist kein Anruf und keine Nachricht, das Smartphone piept aber trotzdem: „12 Uhr, Tablette einnehmen!“ So erinnern Apps ihre Nutzer daran, Medikamente zu nehmen. Wichtig ist das vor allem für chronisch Kranke, die zum Beispiel an Bluthochdruck, Parkinson oder Diabetes leiden und ihre Medizin auch im größten Alltagsstress nicht vergessen dürfen.

Was leisten Medikamenten-Apps?

Die Erinnerung ist aber nur eine Funktion der Medikamenten-Apps. „Nutzer können über die App zum Beispiel eine Art Medikamententagebuch führen“, sagt Urs-Vito Albrecht vom Institut für Medizinische Informatik der Technischen Universität Braunschweig und der Medizinischen Hochschule Hannover. In dem Tagebuch können Patienten zum Beispiel festhalten, wie hoch ihr Blutdruck zu welcher Tageszeit war oder wie ihr Wohlbefinden nach der Einnahme von diesem oder jenem Präparat war.

Der Trend Gesundheits-Apps

Manche Apps bieten auch Infos zu Arzneimitteln, Neben- oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Andere geben einen Hinweis, wenn sich der Tablettenvorrat dem Ende nähert. Nach Angaben des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie (BPI) gibt es schätzungsweise 100 000 deutsch- und englischsprachige Gesundheits-Apps. „Die Bandbreite hier ist enorm“, sagt Albrecht. Darunter fallen allerdings auch Apps, die zu mehr Bewegung motivieren wollen oder mit der sich die Entwicklung von Babys dokumentieren lässt.

Große Bandbreite an Angeboten

Sich im Angebotsdschungel zurechtzufinden und die passende Apps für die eigenen Bedürfnisse auszumachen, sei für Patienten nicht einfach, so BPI-Sprecherin Julia Richter. Hinter den Apps stecken die unterschiedlichsten Anbieter: Pharmafirmen, Apotheken oder Krankenkassen. Die Qualität der Apps ist laut Richter „höchst unterschiedlich“. Wer auf der Suche nach einer praxistauglichen und passenden Medikamenten-App ist, sollte am besten seinen behandelnden Arzt fragen, rät die Expertin.

Einen seiösen Anbieter erkennen

Angehende Nutzer sollten unter anderem darauf achten, dass der Anbieter transparent über sein Produkt informiert, erklärt Albrecht. Klar erkennbar sollte zum Beispiel sein, wer die App auf welcher Basis erstellt hat, wozu die App gedacht ist und wo ihre Grenzen sind. „App-Anbieter, die sich bei der Information über ihr Produkt auf Marketingphrasen beschränken und nicht offen die Fakten darlegen, sind unseriös“, so Albrecht.

Vorsicht bei kostenlosen Apps

Wird eine Medikamenten-App kostenlos angeboten, sollten Interessenten das ebenfalls kritisch hinterfragen. Dann stellt sich die Frage, wer die Finanzierung der App übernommen hat und welche Interessen dahinter stecken. Ein Problem: Derzeit müssen Anbieter von Medikamenten-Apps den Nutzen ihrer Produkte nicht nachweisen – es ist demnach Vorsicht geboten.

Wird eine App hingegen klar seitens eines Pharmaherstellers zu therapeutischen Zwecken vermarktet, dann liegt ein Medizinprodukt vor. Die App benötigt dann eine CE-Kennzeichnung – damit soll sie technische Mindestanforderungen erfüllen.

Besonders wichtig: der Datenschutz

Bietet eine App Funktionen an, die beispielsweise das Erfassen persönlicher Informationen ermöglicht, dann muss die dazugehörige Datenschutzerklärung auch klar sagen, wo die Daten gespeichert und wie sie technisch geschützt werden. Hat der Anwender die volle Kontrolle darüber oder verwendet der Anbieter die Daten auch selbst für einen wissenschaftlichen oder kommerziellen Zweck?

„Das ist gerade im Umfeld von gratis angebotenen Apps zu hinterfragen“, betont Albrecht. Und: keinesfalls Empfehlungen von Apps blauäugig befolgen, etwa wenn mögliche Wechselwirkungen von zwei Medikamenten beschrieben werden. Hierbei sollte stets Rücksprache mit dem behandelnden Arzt gehalten werden.

Lesen Sie auch: Fünf hilfreiche Apps für Senioren

Von RND/dpa

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