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22:00 17.03.2017
Wenn die Schmerzen in der Hüfte unerträglich werden, kann mitunter ein künstliches Gelenk Abhilfe schaffen. Quelle: fotolia
Hannover

Der Ersatz natürlicher Hüft- und Kniegelenke durch künstliche zählt zu den häufigsten Operationen, die in Deutschland durchgeführt werden. Laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind im Jahr 2015 mehr als 227 000 solcher sogenannten Hüftendoprothesen eingesetzt worden. Hinzu kamen rund 173 000 Kniegelenkprothesen.

Warum wird ein künstliches Gelenk eingesetzt?

Ein Patient hat starke Schmerzen und kann sich nicht mehr gut bewegen. In den meisten Fällen hat der Arzt eine Arthrose festgestellt, einen Verschleißprozess. Der kann dadurch begründet sein, dass man ein Gelenk über Gebühr beansprucht hat, weil man Leistungssport getrieben hat oder weil man stark übergewichtig ist. Oftmals ist aber ein altersbedingter Verschleiß des Gelenks ursächlich. In der Regel sind Patienten, die erstmals ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk bekommen, zwischen 60 und 70 Jahren alt. Da die Menschen immer älter werden, rechnet das zur Gesundheit forschende Robert-Koch-Institut mit immer mehr solcher Operationen.

Was sind die Vorteile eines künstlichen Gelenks?

Die Patienten verlieren die starken Schmerzen und gewinnen Beweglichkeit zurück. Studien zeigen: Auch das Risiko für einen Herz- oder Hirninfarkt sinkt, weil die Betroffenen sich mehr bewegen und damit ihr Herz-Kreislauf-System trainieren. „Wer über Schmerzen immobil wird, verfällt zunehmend und stellt den Sinn des Lebens infrage“, sagt Prof. Carsten Perka, Leiter des unfallchirurgisch-orthopädischen Zentrums an der Charité Berlin.

Welche Probleme können auftreten?

In bis zu zwei Prozent der Fälle gibt es Komplikationen. Bei mehr als 400 000 Operationen jährlich bedeutet das, dass zwischen 4000 und 8000 Patienten Probleme mit dem künstlichen Gelenk haben. Das häufigste Problem ist eine Infektion, die sich mit Schmerzen, Rötungen, Überhitzung bemerkbar macht. Durch eine Entzündung kann das Gelenk abgestoßen werden, sodass es wieder entfernt werden muss.

Darüber hinaus kann es mechanische Schwierigkeiten mit dem Gelenk und daher Schmerzen geben – weil der künstliche Ersatz zum Beispiel an den Rändern übersteht und damit Seitenbänder reizt. „Gerade bei einem komplexen Gelenk wie dem Knie ist es wichtig, dass der Operateur darauf achtet, dass die Prothese nicht zu weit rechts oder links eingebaut wird“, erklärt Prof. Rüdiger von Eisenhart-Rothe, Orthopäde am Münchner Klinikum rechts der Isar.

Wann Wärme hilft

Im Laufe eines Lebens haben die Gelenke einiges auszuhalten. In der medizinischen Fachsprache heißt der zunehmende Gelenkverschleiß Knorpelschaden und in seinem Endstadium Arthrose.

Welche Faktoren begünstigen eine Arthrose?

„Bewegungsmangel und Übergewicht“, sagt der Essener Facharzt für Orthopädie, Ramin Nazemi. Auch durch falsche, einseitige Belastungen, etwa der Knie und Hüfte können Gelenke Schaden nehmen. Zudem spielt Veranlagung eine Rolle.

Was hilft gegen den Schmerz?

Bei Arthrose kann Wärme die Schmerzen lindern. Dabei gibt es aber zwei Dinge zu beachten: Warmes Wasser, Wärmflasche oder Körnerkissen sollten Betroffene nur anwenden, wenn das Gelenk nicht entzündet ist, warnt die Deutsche Rheuma-Liga. Außerdem sollte die Wärmebehandlung nicht direkt auf dem betroffenen Gelenk erfolgen: Am besten sei es, die Muskeln ober- und unterhalb des Gelenks zu wärmen.

Gibt es Sportarten, die zu empfehlen sind?

Bei Arthrose ist es wichtig, trotz Schmerzen regelmäßig in Bewegung zu kommen. Denn Sport hat für die Gelenkknorpel positive Effekte. Gut geeignet sind alle Sportarten mit einem gleichmäßigen Bewegungsablauf wie Radfahren, Schwimmen oder Langlauf. Eher meiden sollten an Arthrose Erkrankte Bewegungsabläufe mit schnellen Stopps, da diese den Knorpelverschleiß fördern können. Dazu gehören etwa Handball oder Tennis.

Von RND/Insa van den Berg

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