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Wissen Plastik in „Fleur de Sel“ nachgewiesen
Nachrichten Wissen Plastik in „Fleur de Sel“ nachgewiesen
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11:23 19.01.2018
In mehreren „Fleur de Sel“-Produkten wurden Spuren von Mikroplastik nachgewiesen. Quelle: picture alliance / dpa
Hamburg

Im Edel-Salz „Fleur de Sel“ steckt nach Recherchen des NDR-Verbrauchermagazins „Markt“ häufig Mikroplastik. In einer Stichprobe wurden fünf der meistverkauften Sorten aus Supermärkten und Feinkostläden im Labor auf Rückstände von Kunststoffen untersucht, wie der NDR am Sonntag mitteilte. Es sei die erste Untersuchung dieser Art in Europa gewesen. In allen Proben lag der Gehalt an Mikroplastik demnach zwischen 130 und 1.800 Mikrogramm pro Kilogramm. In einem Fall war eine Kunststoff-Faser sogar mit bloßem Auge erkennbar.

Wissenschaftler führen die Verunreinigung im Salz auf die Verschmutzung der Meere zurück. „Fleur de Sel“ entsteht als hauchdünne Salzschicht an der Wasseroberfläche und wird in der Regel in Handarbeit mit einer Holzschaufel abgeschöpft. Es gilt vielen Verbrauchern als besonders wertvoll und lecker - und es ist deutlich teurer als herkömmliches Salz.

„Plastik im Salz ist eine Konsequenz aus der jahrzehntelangen, leichtfertigen Entsorgung von Kunststoff“, sagt Barbara Scholz-Böttcher vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres der Universität Oldenburg. Diese Entwicklung halte der Gesellschaft den Spiegel vor: „Der Plastikmüll landet in einem sehr hochwertigen Produkt jetzt wieder auf dem Essteller.“

Kein Grenzwert für Mikroplastik

Zu Mikroplastik zählen alle Teilchen, die kleiner als fünf Millimeter und größer als 0,1 Mikrometer sind. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist bis zu 100 Mikrometer dick. In der Vergangenheit haben Forscher solch winzige Plastikteilchen in Fischen, Muscheln, Krebsen und in Speisesalz nachgewiesen. „Ich hatte bisher keine Probe, in der ich kein Mikroplastik gefunden habe - natürlich in unterschiedlichen Mengen“, sagt Gunnar Gerdts vom Alfred-Wegener-Institut auf Helgoland. Der Meeresbiologe hat in den letzten fünf Jahren unter anderem Wasser aus der Nordsee und der Arktis sowie arktisches Eis und Fische untersucht.

Einen gesetzlichen Grenzwert für den Gehalt an Mikroplastik gibt es den Angaben zufolge weder auf deutscher noch auf europäischer Ebene. Die in der Stichprobe gefundenen Mengen seien zwar für Menschen unbedenklich, dennoch warnen Experten vor langfristigen Folgen. Im klassischen Meersalz, das mit einer anderen Methode gewonnen wird, wurde im Vergleich zum teureren „Fleur de Sel“ weniger Plastik gefunden.

Von epd/RND

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