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13:54 27.07.2018
Der rot erscheinende Vollmond während einer totalen Mondfinsternis. Quelle: dpa
Hannover

Ein roter Mond und ein roter Mars leuchten am Freitag am Nachthimmel – ein extrem seltenes astronomisches Ereignis, das man nicht verpassen sollte. Doch damit nicht genug: Kurz nach der maximalen Verfinsterung des Mondes ist auch die Internationale Raumstation (ISS) mit Alexander Gerst an Bord als langsamer heller Punkt zu erkennen, der von West nach Ost zieht.

Wie der Deutsche Wetterdienstes mitteilt, sollte es im Norden und Westen keine Probleme geben, die Mondfinsternis zu sehen: der Himmel ist dort weitgehend klar. Im Südosten und Osten dagegen können Quellwolken den Blick auf den Blutmond und Mars verdecken. An einigen Orten könnte es in diesen Teilen sogar Schauer mit Starkregen und Gewittern geben. Wenn Sie Angst haben, die Mondfinsternis zu verpassen, erfahren Sie hier, wo sie im Live-Stream und TV zu sehen ist.

Wann kann man die Mondfinsternis sehen?

Das Schauspiel fängt mit Beginn der Dunkelheit am Abend an. In München geht der Mond um 20.48 Uhr auf, in Leipzig um 20.57 Uhr, in Hannover um 21.12 Uhr, in Rostock um 21.10 Uhr und in Hamburg schließlich um 21.16 Uhr. Dann dauert es auch nur noch einige Minuten, bis der Mond komplett in den Kernschatten der Erde eingetaucht ist und die totale Mondfinsternis beginnt. Die Mitte der totalen Finsternis wird um 22.22 Uhr und das Ende um etwa 23.13 Uhr erreicht.

Wenn Sie ganz genau wissen wollen, wann Sie in den Himmel schauen sollten, um die Mondfinsternis nicht zu verpassen, können Sie Ihren Wohnort hier eingeben. Dann können Sie unter anderem sehen, wann bei Ihnen der Mond aufgeht oder wann die Totale beginnt und endet.

Die Mondfinsternis endet kurz nach Mitternacht. Der Mars ist dagegen die ganze Nacht lang zu sehen. Zum Höhepunkt der Mondfinsternis stehen sowohl Mond als auch Mars noch tief über dem Südosthorizont. Am Ende der Finsternis sieht es besser aus: Dann stehen die Himmelskörper deutlich höher. Nach Mitternacht wird zu sehen sein, wie der Mond den Erdschatten verlässt. Es wird Stück für Stück heller. Um 1.30 Uhr hat der Mond den Halbschatten komplett verlassen.

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Was passiert bei einer Mondfinsternis?

Zu einer Mondfinsternis kommt es nur bei Vollmond, wenn Sonne, Erde und Mond auf einer Linie liegen. Der Mond taucht dabei völlig in den Schatten ein, den die von der Sonne angestrahlte Erde in den Weltraum wirft. Die Mondfinsternis am Freitag ist aber besonders, denn sie wird die längste des Jahrhunderts sein: Eine Stunde und 43 Minuten dauert sie. Erst die Mondfinsternis am 9. Juni 2123 wird sie übertreffen – um drei Minuten.

Warum leuchtet der Mond dann rot?

Die kurzwelligen blauen Lichtwellen der Sonnenstrahlen werden vollständig in der Erdatmosphäre gestreut, erläutert das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Das langwellige rote Licht werde hingegen gebrochen und in Richtung Mond gelenkt. Es fällt im Kernschatten auf die Mond-Oberfläche, ergänzt Elsässer. Der Mond schimmert rötlich, daher der Name „Blutmond“.

Warum ist der Mars so hell und rot?

Der Mars kommt der Erde am Freitag so nah wie selten – er ist nur rund 58 Millionen Kilometer von unserem Planeten entfernt. Das ist der Minimalabstand. Zuletzt geschah das vor rund 15 Jahren, heißt es beim DLR. Anders als die Erde braucht der Mars auf seiner weiter entfernten Umlaufbahn um die Sonne nicht ein, sondern fast zwei Jahre. Wenn die Erde den Mars auf der Innenbahn überholt und der Mars der Sonne vergleichsweise nahe steht, ist er am Himmel besonders hell und vergleichsweise groß zu sehen.

Wie fotografiert man den Blutmond am Besten?

Dazu brauchen Fotografen drei Dinge: eine System- oder Spiegelreflexkamera mit Teleobjektiv, ein Stativ und den richtigen Standort. „Man braucht freie Sicht auf den Süd-Ost-Horizont“, sagt Ulrich Köhler vom DLR. Damit der Mond auch schön groß das Bild bestimmt, braucht es ein Teleobjektiv. „200 Millimeter sind gut, 400 sind besser“, sagt Köhler. „Sonst ist man hinterher enttäuscht, wie klein der Mond ist.“ Damit nichts verwackelt, nimmt man entweder ein Stativ oder sucht sich eine feste Unterlage für die Kamera. Wichtig ist, die Empfindlichkeit der Kamera nicht zu hoch zu stellen. Bei hohen ISO-Werten verrauschen die Bilder leicht. Köhler rät zu geringerer Empfindlichkeit und lieber etwas längerer Belichtung.

Von dpa/asu/RND

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