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Geruhsam oder laut: Das ist Schleswig-Holstein

Fakten Geruhsam oder laut: Das ist Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein? Das sind Seehunde, Strände und Leuchttürme. Aber auch Tote Tanten und Meelbüdel. Und natürlich Sylt und Meer.

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Ein bekanntes Motiv: Der Leuchtturm von Westerhever zieht viele Besucher an.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Land der Horizonte, Land zwischen den Meeren, Echter Norden. Schon einige der Slogans sollten den Charakter des nördlichsten Bundeslande beschreiben. Eine Auswahl von Attraktionen:

INSELN und HALLIGEN: Sylt mag die Lieblingsinsel der Deutschen sein, aber insgesamt sind sieben Inseln und zehn Halligen zu entdecken. Diese werden anders als Inseln bei Hochwasser regelmäßig überflutet. Die Häuser stehen daher alle auf Warften, künstlich erschaffenen Hügeln. Die bekannteste Hallig ist Hooge. Die Überfahrt nach Helgoland, der einzigen deutschen Hochseeinsel, erfordert oft einen robusten Magen. Schleswig-Holsteins einzige Ostseeinsel Fehmarn lockt mit besonders viel Sonne.

STRÄNDE: Kilometerlange feine Sandstrände bieten an der Nordsee Sylt, Amrum, Föhr und St. Peter-Ording auf der Halbinsel Eiderstedt. „Grüne Strände“ haben Büsum, Dagebüll und Friedrichskoog. An der Ostsee gibt es neben Sandstränden und flachen Wasserzugängen auch Steilküsten. Die grüne Nordsee-Insel Pellworm bietet statt Sandstrand viel Ruhe.

LEUCHTTÜRME: Eckig, rund, mal aus Ziegeln, mal aus Stahl: Rund 60 stehen an der Nord- und Ostseeküste. 50 sind noch in Betrieb und bieten Seefahrern Orientierung. Viele Leuchttürme können besichtigt, in einigen kann geheiratet werden. Einer der bekanntesten ist der von zwei baugleichen Häusern umrahmte Leuchtturm von Westerhever bei St. Peter-Ording. Der am Lister Ellenbogen auf Sylt, 1856/57 noch unter dänischer Herrschaft errichtet, ist Deutschlands nördlichstes Gebäude. Wer den nur acht Meter hohen Leuchtturm von Dagebüll besichtigen will, muss über Nacht bleiben und das früh planen: Der Turm beherbergt ein Mini-Hotel für zwei und ist laut Online-Buchungskalender bis Mitte November 2017 ausgebucht.

ESSEN- und TRINKEN: Tote Tanten sind hier kein Tabu, sondern ein typisches Getränk. Kakao mit Rum mischen, Sahnehaube rauf, fertig. Wer den Kakao durch Kaffee ersetzt, bekommt einen Pharisäer, erfunden auf Nordstrand. In Angeln eine Art Nationalgericht ist Schnüüsch, eine Milch-Gemüsesuppe. Ein weiterer Klassiker ist der Meelbüdel, ein Mehlkloß, der in ein Leinentuch eingeschlagen in einem Topf zubereitet wird. Er vereint landestypisch Süßes mit Deftigem: Als Beilage wird Backobst ebenso gereicht wie Kochwurst und Kasseler.

MUSIKEVENTS: Liebhaber der Klassik kommen ebenso auf ihre Kosten wie Jazzfans und Metalheads. Seit 1986 lockt das Schleswig-Holstein Musik Festival im Juli und August. In Herrenhäusern, Schlössern, Kirchen, Scheunen, Ställen und Werften geben internationale Größen und Nachwuchskünstler Konzerte. Jazzliebhaber kommen bei der JazzBaltica auf ihre Kosten. Lauter und härter ist das Wacken Open Air. Das dreitägige W:O:A gilt als größtes Heavy-Metal-Festival der Welt.

SCHLÖSSER und GUTSHÄUSER: Die Schlösser in Schleswig (Gottorf), Glücksburg und Husum gehören zu den bekanntesten. Viele Gutshäuser sind in Privatbesitz und nicht oder nur nach Anmeldung zu besichtigen. Parks sind oft frei zugänglich. In einigen Gutsanlagen sind auch kleine Galerien, Restaurants, Cafés oder Antiquitätenläden.

TIERE: Lebensraum für viele ist der Nationalpark Wattenmeer. Hier sind Krebse, Wattwürmer, Muscheln, Seesterne und zahlreiche Vögel heimisch. Auf Sandbänken ruhen sich Seehunde und Kegelrobben aus. Im Frühjahr bieten Lämmer auf Deichen schöne Fotomotive. Es gibt Wild- und Tierparks, auch für seltene Haustierrassen. Aquarien erlauben Einblicke in die Meereswelt, so im Multimar Wattforum in Tönning, im Sealife in Timmendorfer Strand und im Meereszentrum auf Fehmarn.

MUSEEN: Rund 240 gibt es. Kunstfreunde locken die Nolde-Stiftung in Seebüll, das Museum Kunst der Westküste auf Föhr, die Landesmusen in Schleswig, die NordArt in Büdelsdorf, mehrere Häuser in Lübeck und die Kunsthalle Kiel. Interessant sind das Wikinger-Museum Haithabu und das Hanse-Museum in Lübeck. Sierksdorf bietet ein Bananenmuseum.

FREIZEITPARKS: Der Hansapark in Sierksdorf ist der bekannteste. An Familien mit Kindern richtet sich die Tolk-Schau nahe Schleswig. Hinzu kommen diverse Kletterparks. Und das Legoland im dänischen Billund ist auch nicht weit.

SCHIFFE, WERFTEN, SEEFAHRT: Die Tradition ist groß. Werften in Kiel, Flensburg und im Raum Rendsburg sichern viele Arbeitsplätze, wenn auch weit weniger als früher. Wer große Pötte sehen will, ist in Kiel richtig: Hier legen in der Saison riesige Kreuzfahrtschiffe an, zudem fahren täglich große Fähren nach Oslo und Göteborg. In Travemünde liegt der Viermaster „Passat“ als maritimes Denkmal, in Laboe bei Kiel das U-Boot 995. Entlang der Küsten gibt es vielerorts kleine und größere Jachthäfen. Der Nord-Ostsee-Kanal verbindet als weltweit meistbefahrene künstliche Wasserstraße Nord- und Ostsee.

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