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Happy Birthday, Schleswig-Holstein!

70 Jahre Happy Birthday, Schleswig-Holstein!

Den Briten sei Dank: Heute vor genau 70 Jahren erklärte die damalige Besatzungsmacht Schleswig-Holstein zu einem eigenständigen Land und die Stadt Kiel zu deren Hauptstadt. Die Feier des runden Landes-Geburtstags, die erst Anfang Oktober steigen soll, ist allerdings nicht ungetrübt.

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Schleswig-Holstein wird 70: Am 1. Oktober wird das Jubiläum in Eutin offiziell gefeiert.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. „Die britische Militärregierung hatte entscheidenden Anteil an der Geburtsstunde Schleswig-Holsteins“, betont Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) mit Blick auf den Sommer 1946. Damals sprachen die Briten der damaligen preußischen Provinz Schleswig-Holstein den Status eines Landes zu. „Diese historische Leistung werden wir nie vergessen“, verspricht Albig. Am Freitag kann er nachlegen. Dann räumt mit dem „British Kiel Yacht Club“ der letzten Posten der ehemaligen Besatzungsmacht den Norden.

 Die Staatskanzlei bereitet derweil die Geburtstagsparty vor. Gefeiert wird am 1. Oktober auf dem Gelände der Landesgartenschau in Eutin – und das mit 400 geladenen Gästen. Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) ist nicht dabei, lässt auf Anfrage unserer Zeitung aber keinen Zweifel daran, dass er Schleswig-Holstein als Land mit „guten Zukunftsperspektiven“ schätzt. Einen Nordstaat hält er nicht für sinnvoll. Auch Kiels Vize-Regierungschef Robert Habeck (Grüne) winkt ab. „Ich sehe grad keinen Ansatz für diese Debatte.“

Nach 70 Jahren - jetzt ein Nordstaat?

 Im Landeshaus steht der Nordstaat höher im Kurs. „Ein gemeinsames Bundesland im Norden hätte einige Vorteile, gerade auch in Konkurrenz zu den großen Bundesländern im Süden“, meint Fraktionschefin Eka von Kalben. „Ein gemeinsames Bundesland mit Hamburg halte ich langfristig für nicht unrealistisch“, erklärt auch FDP-Vize-Fraktionschef Christopher Vogt. SPD-Fraktionschef Ralf Stegner kontert: „Die Mehrheit der Schleswig-Holsteiner möchte keinen Nordstaat.“ Eine Hintertür lässt er sich aber offen. „Ob sich die Frage einer Länderfusion eines Tages stellt, weiß ich auch nicht“.

 Mit CDU und SSW ist ein Nordstaat nicht zu machen. „Größere Einheiten führen nicht automatisch zu besseren Ergebnissen“, mahnt CDU-Fraktionschef Daniel Günther. Sein SSW-Kollege Lars Harms lehnt einen Nordstaat „strikt“ ab. Beide Länder hätten „völlig unterschiedliche Verwaltungsstrukturen“ und „oft auch unterschiedliche Interessen“. Anders die Wirtschaft: Der UV Nord fordert „eine Modernisierungsdebatte“. Dazu gehöre eine Föderalismusreform. „Es gibt wohl kaum zwei Bundesländer, die sich so gut ergänzen“, erklärt Verbands-Hauptgeschäftsführer Michael Thomas Fröhlich. „So können wir in 30 Jahren gerne auch 100 Jahre Schleswig-Holstein feiern – mit der Landeshauptstadt Hamburg.“

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