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Schleswig-Holstein feiert seinen 70. Geburtstag

Landesgartenschau Eutin Schleswig-Holstein feiert seinen 70. Geburtstag

Ein Geburtstag ist ein Grund zum Feiern. Mit einem bunten Bürgerfest und einer Feierstunde mit rund 300 geladenen Gästen wurde in Eutin am Sonnabend der 70. Geburtstag des Landes Schleswig-Holstein gefeiert. 

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Was wäre ein Festakt ohne Reden? Ministerpräsident Torsten Albig gratuliert Schleswig-Holstein zum 70. Geburtstag.

Quelle: Frank Peter

Eutin. Emilius wiegt die Krebszange in seinen Händen hin und her. „Die ist viel leichter als ich gedacht habe“, stellt der Siebenjährige fachmännisch fest. Dann beugt er sich über den kleinen Sandkasten vor ihm und schaut, was er dort sonst noch so finden kann. Muscheln, Algenreste, Seeigel und auch kleine Plastikreste liegen dort. „Das ist unsere Fundgrube, in der wir all die Hinterlassenschaften des Meeres gesammelt haben“, erklärt Christian Piening von der Nationalparkverwaltung Wattenmeer. Zusammen mit seinen Kollegen ist der 38-Jährige aus Tönnig nach Eutin gekommen und präsentiert auf dem Bürgerfest zum Geburtstag des Landes die Vielfalt des Wattenmeeres. Denn der Nationalpark Wattenmeer ist ein wichtiger Teil Schleswig-Holsteins.

Festakt zum 70. Geburtstag des Landes Schleswig-Holstein auf der Landesgartenschau in Eutin.

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Mehr als 100 Vereine, Verbände und Institutionen aus dem ganzen Land sind am Wochenende nach Eutin gekommen, um den Geburtstag Schleswig-Holsteins zu feiern und die Vielfalt des Landes zwischen den Meeren zu präsentieren.

Ein Land, das es ohne das Zutun und das Vertrauen der Briten vielleicht nicht geben würde, wie Ministerpräsident Torsten Albig in seiner Rede zur Feier des Landesgeburtstages betonte.

Briten haben an Schleswig-Holstein geglaubt

„Die West-Alliierten glaubten daran, dass noch genug demokratischer Geist bei uns vorhanden war nach über zwölf Jahren der Barbarei“, sagte Ministerpräsident Albig. Er erinnerte an den Beginn des Bundeslandes Schleswig-Holstein, dem die britische Militärregierung im August 1946 mit der Verordnung Nr. 46 den vorläufigen Status eines Landes zugesprochen hatte. Der Ministerpräsident dankte den Briten für ihre Unterstützung gerade in den Anfangsjahren: „Unter ihrem Protektorat wurden die Grundlagen gelegt für die gute demokratische Entwicklung unseres Landes.“

Albig blickte aber auch auf die Gegenwart und Zukunft des Landes. Er würdigte die Schönheit und Innovationskraft Schleswig-Holsteins und thematisierte die zukünftigen Aufgaben, gerade um die Flüchtlingsfrage. „Wir leben in einem Land, in dem Menschlichkeit gelebt wird“, sagte Albig. 70 Jahre Schleswig-Holstein bedeuteten auch 70 Jahre Erfahrung mit Integration von Flüchtlingen. Nach dem Krieg waren binnen kurzer Zeit zu den 1,6 Millionen Einheimischen eine Million Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten ins Land gekommen. „Damals waren Schleswig-Holsteiner bereit, Menschen auf der Flucht eine neue Heimat zu geben.“ Auch heute müssten die Menschen für ein stärkeres Miteinander eintreten, sagte Albig mit Blick auf die Tat von Oersdorf. Diese verurteilte er als „hinterhältigen und feigen Angriff“ auch auf die Demokratie in diesem Land.

70 Jahre gewachsenes Selbtsbewusstsein

Wie Albig betonte auch Landtagspräsident Klaus Schlie in seiner Rede die Bedeutung der Demokratie für Schleswig-Holstein. In Erinnerung an die Entstehung des Landes nach dem Krieg sagte er: „Nicht allein für unsere Geschichte, sondern vor allem für unsere Gegenwart und unsere Zukunft ist es entscheidend, dass wir uns immer wieder vor Augen führen, dass das Land Schleswig-Holstein ohne parlamentarische Demokratie nicht denkbar ist.“

Der britische Botschafter Sir Sebastian Wood freute sich bei der „großen Geburtstagsparty“ dabei sein zu dürfen. Er erinnerte an die Veränderungen der Beziehungen zwischen Großbritannien und Schleswig-Holstein in den vergangenen 70 Jahren: „Vom Feind und Besatzer sind wir zum Verbündeten, Partner und Freund geworden.“ Großbritannien könne stolz darauf sein, dass es Schleswig-Holstein gegründet habe und Schleswig-Holstein könne stolz auf das sein, was es in den vergangenen 70 Jahren erreicht habe.

Dass sie stolz auf ihr Land sind, zeigten während der Feierstunde der Liedermacher Tim Linde und die Poetry-Slammerin Mona Harry mit ihren Stücken. Aber auch das Bürgerfest in der Eutiner Innenstadt zeigte das in 70 Jahren gewachsene Selbstbewusstsein Schleswig-Holsteins.

Wegmarken in 70 Jahren Schleswig-Holstein

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Ein Artikel von
Anne-Kathrin Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

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Bürgerfest in Eutin
Foto: Auch Stanfour sind in Eutin dabei.

Fünf Monate stand Eutin mit der Landesgartenschau ganz oben auf der Liste der Attraktionen in Schleswig-Holstein. Zum Finale an diesem Wochenende setzt das Land noch einen drauf und feiert seinen 70. Geburtstag mit einem zweitägigen Bürgerfest in der Innenstadt.

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