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Eine Liebeserklärung an den Norden

"Wir Schleswig-Holsteiner" Eine Liebeserklärung an den Norden

Heute erscheint „Wir Schleswig-Holsteiner“, das Buch der Kieler Nachrichten zum 70. Geburtstag unseres Bundeslandes. Die Autoren um Gerhard Müller haben 70 Menschen porträtiert, Frank Peter hat sämtliche Fotos beigesteuert.

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Zufriedene Buchautoren: Fotograf Frank Peter (links) und Gerhard Müller präsentieren „Wir Schleswig-Holsteiner".

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Im Interview schildern Gerhard Müller und Frank Peter, wie dieses Buch und die Geschichten entstanden sind.

Landeskundliche Bücher und Bildbände über Schleswig-Holstein sind nichts Ungewöhnliches. Was ist das Besondere an diesem Buch? Wie kam es dazu?

Müller: Im Frühjahr kam Christian Longardt, unser Chefredakteur, in mein Büro und sagte, Schleswig-Holstein feiere in diesem Jahr 70-jähriges Bestehen, er würde dazu gerne eine Serie machen und anschließend daraus ein Buch. Das fand ich spontan interessant. Wir diskutierten darüber, und so entstand die Idee, passend zu 70 Jahren 70 Menschen zu finden, die jeweils ein Stück Schleswig-Holstein repräsentieren. Wichtig waren dem Chef starke Fotos und eine einheitliche Bildsprache – die Wahl fiel auf den Kollegen Peter, der eine ganz besondere Fähigkeit besitzt, Menschen zu fotografieren.

Wie kam die Auswahl zustande?

Müller: Die Vorschläge kamen aus der gesamten Redaktion. Wir hatten gefragt, wer ist typisch und was ist typisch für Schleswig-Holstein? Bei der Auswahl aus über 200 Vorschlägen war uns wichtig, dass die Mischung zwischen Prominenten und „normalen Menschen“ stimmt. Die Organisation war aufwändig, es mussten Telefonnummern oder Mailadressen besorgt und jede Menge Termine koordiniert werden. Dabei kam uns zugute, dass die 70 Auserwählten das Projekt auf Anhieb reizvoll fanden, nachdem wir erklärt hatten, um was es ging. Einmal rief mich sogar ein „Promi“ zurück, dessen Management erst ein bisschen reserviert war, und sagte „Natürlich bin ich dabei“.

Was haben Sie bei Ihren Besuchen erlebt?

Peter: Ich war überrascht, wie offen die Leute waren und wie viel Geduld sie mitbrachten, die hatten wirklich richtig Spaß an dieser Sache. Das hat mir die Arbeit erleichtert. Für Porträtfotos ist es wichtig, sich Zeit zu nehmen. Das konnte mitunter über eine Stunde dauern, denn ich hatte den Anspruch, die 70 Personen möglichst an für sie typischen Orten zu platzieren. Manchmal mussten wir erst mal ein paar Kilometer fahren, bis wir einen solchen Ort gefunden hatten. Und mit dem Wattpostboten Knud Knudsen bin ich fast zwei Stunden auf der Suche nach der richtigen Stelle durchs Watt gelaufen.

Müller: Um als Autor die Frage aufzugreifen: Besonders klasse fand ich die Besuche bei Peter Harry Carstensen und bei Björn Engholm. Peter Harry musste erst einmal ein Geräusch in seiner Rauchmeldeanlage beheben. Das will ich nicht im Detail schildern, aber das machte er so unkonventionell, dass es sicherlich von Vorteil war, dass seine Frau nicht anwesend war ...

Peter: ... Wir waren länger als zwei Stunden bei ihm. Ein echt guter Gastgeber ...

Müller: ... stimmt, und Björn Engholm zeigte uns den alten Steg hinter seinem Grundstück direkt an der Wakenitz und erzählte, dass er sich dort mit Freunden im Sommer trifft, um alten Wein zu testen. Das war etwas sehr Persönliches.

Im Vorwort des aktuellen Buches heißt es, wie vielfältig und schön Schleswig-Holstein ist.

Peter: Ja, völlig zu Recht. Ich komme als Fotograf wirklich viel herum, aber ich war an Orten, die ich noch nicht kannte und richtig toll fand. Ich bin mehr als 4000 Kilometer für das Buch gefahren, da lernt man natürlich neue Ecken kennen.

Müller: Mich hat der Besuch auf dem idyllischen Reiterhof von Isabel Jahr bei Itzehoe beeindruckt, eine Fahrt durch Angeln auf kleinen Nebenstraßen und der Termin bei Strandkorbbauer Willy Trautmann auf Sylt ...

Peter: ... ja, das war witzig. Ich hatte am Strand vor der Sansibar bei bestem Wetter mein ganzes Equipement aufgebaut, und drumherum saßen Urlauber und schauten zu. Irgendwann grinste Willy Trautmann und meinte: „Die Leute fragen sich bestimmt gerade, wer ist denn der Promi, der hier fotografiert wird?“

Hört sich an, als hätte Ihnen die Arbeit an diesem Buch richtig Spaß gemacht.

Peter: Absolut, das war aus meiner Sicht ein Super-Projekt.

Müller: Stimmt, und das lag wirklich auch an unseren Gesprächspartnern. Uns haben sich so viele Türen für interessante und mitunter intensive Gespräche geöffnet. Toll war auch die Unterstützung durch andere Mitglieder unserer Redaktion, die manche Geschichten übernommen haben – alle 70 hätte ich allein nicht geschafft. Dann hat unser KN-Grafiker Ralf Bassen tolle Arbeit geleistet. So wurde das Buch zu dem, was es nun ist: unsere Liebeserklärung an Schleswig-Holstein. Olaf Irlenkäuser, unser Partner vom Wachholtz-Verlag, hat gesagt: „Das ist nicht nur ein gutes Buch, es ist ein sehr gutes.“ Das freut uns natürlich.

„Wir Schleswig-Holsteiner“

Buch: "Wir Schleswig-Holsteiner"

Das Buch von Autor Gerhard Müller und Fotograf Frank Peter ist im Wachholtz-Verlag erschienen und für 24,90 Euro erhältlich, 291 Seiten, ISBN 978-3-529-05135-7.

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