15 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
A7-Deckel kommt später

Autobahn-Ausbau A7-Deckel kommt später

Der Bau des geplanten Lärmschutzdeckels über die A7 im Norden Hamburgs verzögert sich um etwa neun Wochen. Die Bodenverhältnisse zwischen dem Dreieck Hamburg Nordwest und Schnelsen seien etwas anders als gedacht, sagte am Donnerstag ein Sprecher des Baukonsortiums Via Solutions Nord.

Voriger Artikel
Die Pendler müssen sich gedulden
Nächster Artikel
A7-Ausbau: Das dauert noch

Für die Autofahrer ändert sich nichts, aber der A7-Asphaltdeckel kommt später als geplant.

Quelle: Ulf Dahl (Symbolbild)

Hamburg. Beim Ausbau der A7 gibt es erneut Probleme mit den Bodenverhältnissen an der Trasse. Die Folge sind Verzögerungen im Zeitplan des Mammutprojekts. Die geplante Fertigstellung des 65 Kilometer langen Abschnitts zwischen Hamburg und dem Autobahndreieck Bordesholm im Jahr 2018 sei aber nicht gefährdet, auch Autofahrer müssten nicht mit zusätzlichen Behinderungen rechnen, versichert Verkehrskoordinator Gerhard Fuchs.

Gleich in mehreren Bauabschnitten zur Erweiterung der A7 kämpfen die Verantwortlichen mit Problemen: Vor allem beim Bau des geplanten Lärmschutzdeckels im Norden Hamburgs gibt es überraschend Verzögerungen. „Die Bodenverhältnisse zwischen dem Dreieck Hamburg-Nordwest und Schnelsen sind anders als gedacht, so dass wir tiefer gründen müssen“, sagt Christian Merl vom Baukonsortium Via Solutions Nord. Die Konsequenz: Statiker und Architekten mussten ihre Planungen aufgrund der veränderten Bodenbeschaffenheiten überarbeiten. „Das hat uns einige Wochen Zeit gekostet“, räumt Merl ein. Berichte, wonach sich die Fertigstellung um bis zu einem Jahr verzögern könnte, will der Via-Solutions-Sprecher nicht bestätigen: „Statt im März 2018 werden wir das Bauwerk nun wohl erst Mitte 2018 freigeben können.“

Mit Verzögerungen haben die A7-Planer auch weiter nördlich zu kämpfen: Sowohl auf dem Abschnitt zwischen Bordesholm und Neumünster-Nord als auch zwischen Neumünster-Süd und Bad Bramstedt werden die geplanten Fertigstellungen im letzten Quartal 2016 nicht zu halten sein. Dies gilt auch für die Strecke zwischen Kaltenkirchen und Henstedt-Ulzburg. „Hier wird sich die Freigabe um einige Wochen ins erste Quartal 2017 verzögern“, kündigt Merl an. Probleme mit den Fahrbahnen gebe es nicht, die Fertigstellung der neuen breiteren Brücken werde mehr Zeit als geplant in Anspruch nehmen. Bereits im August vergangenen Jahres hatte es „geologische Probleme“ gegeben. Anders als bei Untersuchungen des Erdreichs kalkuliert, waren beim Einrammen von Spundwänden Erdschichten in Bewegung geraten und hatten zu Absackungen an den Fahrbahnrändern geführt.

Vor Überraschungen sind die Bautrupps auch künftig nicht gefeit. Der Ausbau werde aber wie geplant bis Ende 2018 fertig. „Wir wollen diesen Zeitplan halten und haben keinen Zweifel daran, dass wir es schaffen“, betont Merl. Auch die Sorge vieler Autofahrer, dass zur Einhaltung des Zeitplans der gesamte Abschnitt zu einer Großbaustelle werde, weist der Sprecher zurück: „Für solche Befürchtungen gibt es nicht den leisesten Anlass, es bleibt bei dem bewährten Konzept, dass es zwischen allen Baustellenabschnitten sogenannte Erholungsbereiche gibt, auf denen keine Arbeiten stattfinden.“ Möglich sei allerdings, dass im südlichen Bereich der A7 die einzelnen Bauabschnitte noch einmal neu bemessen und geplant würden.

Für den gemeinsam von Schleswig-Holstein und Hamburg berufenen Verkehrskoordinator Fuchs gibt es keinen Grund zur Beunruhigung: „Zum unternehmerischen Handeln gehört, dass der Auftragnehmer innerhalb des vertraglichen Rahmens seine Abläufe frei planen und verändern kann.“ Es sei üblich bei Großprojekten wie der A7-Erweiterung, dass zur Optimierung des Bauablaufs Veränderungen vorgenommen werden.

Die Autobahn wird seit Anfang 2015 in Schleswig-Holstein auf sechs Spuren erweitert. 72000 Fahrzeuge passieren sie allein in Schleswig-Holstein an einem Tag, in zehn Jahren sollen es mehr als 100000 sein. Weil die Trasse diesem Volumen nicht mehr gewachsen ist, wird sie bis 2018 erweitert. 600 Millionen Euro kostet allein der Ausbau zwischen Bordesholm und Hamburg. Rechnet man den Hamburger Deckel hinzu, ein geschlossenes Schallschutzdach, verschlingt das Projekt inklusive des Betriebs der Ausbaustrecke bis 2044 rund 1,6 Milliarden Euro.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
A7 Ausbau-Plan
Ausbau-Plan der A7 in Hamburg und Schleswig-Holstein
Mehr aus News - A7 Ausbau 2/3