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Wer soll für Deutschland singen?

ESC ohne Naidoo Wer soll für Deutschland singen?

Für gerade mal zweieinhalb Tage war Xavier Naidoo nominiert. Aber der NDR schickt ihn jetzt doch nicht für Deutschland zum Grand Prix. Möglichst rasch soll nun ein Ersatzkandidat für den Wettbewerb in Stockholm gefunden werden.

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Möglichst rasch soll nun ein Ersatzkandidat für den Wettbewerb in Stockholm gefunden werden.

Quelle: Christian Charisius/ dpa

Hamburg. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hat Xavier Naidoos Nominierung für den Eurovision Song Contest (ESC) zurückgezogen — nun soll rasch ein neuer Kandidat gefunden werden. „So schnell wie möglich werden wir entscheiden, wie der deutsche Beitrag für den ESC in Stockholm gefunden wird“, erklärte ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber. Das Prozedere dafür blieb also erst mal offen. ARD-Programmdirektor Volker Herres sagte der „Welt am Sonntag“: „Die Nominierungs-Entscheidung liegt beim NDR, der den ESC allein verantwortet und in das ARD-Gemeinschaftsprogramm einbringt.“

Der NDR hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass Xavier Naidoo im kommenden Jahr für Deutschland singen soll, ohne sich in einem Vorentscheid gegen andere Kandidaten durchsetzen zu müssen. In sozialen Netzwerken regte sich rasch heftige Kritik. Am Samstag zog der Sender die Nominierung schließlich zurück. „Es war klar, dass er polarisiert, aber die Wucht der Reaktionen hat uns überrascht“, erklärte Schreiber. „Wir haben das falsch eingeschätzt.“

Naidoo hatte in den vergangenen Jahren immer wieder Diskussionen ausgelöst — etwa, als er am Tag der Deutschen Einheit 2014 vor rechtspopulistischen „Reichsbürgern“ sprach, die Deutschland nicht als souveränen Staat anerkennen. 2012 rief der Text des Liedes „Wo sind sie jetzt“ von Naidoo und Kool Savas Ärger hervor — er wurde als homophob kritisiert.

„Ob ihn das als begnadeten Künstler, der er zweifelsohne auch ist, für eine Teilnahme am ESC disqualifiziert, ist eine Frage, die man kontrovers diskutieren kann und muss“, sagte Programmdirektor Herres über Naidoo. „Ich hätte es begrüßt, wenn diese Diskussion ARD-intern hätte geführt werden können, bevor mit der Nominierung Fakten geschaffen wurden“, kritisierte Herres in der „Welt am Sonntag“.

Unterstützung bekam der 44-jährige Naidoo — Mannheimer mit indischen und afrikanischen Wurzeln — von einigen Künstlerkollegen. „Xavier Naidoo ist ein sensationell guter Musiker und Freund. Er ist einer der besten Sänger und Songwriter den es in Deutschland gibt — ein großartiger Künstler“, postete Pur-Sänger Hartmut Engler auf Facebook. Es sei erschütternd, wie mit einem der größten deutschen Sänger, „der auch als Mensch einer der liebsten, lustigsten und gutmütigsten Menschen im Showbusiness ist“, umgegangen werde, schrieb Schauspieler Til Schweiger bei Facebook. Mehrere Politiker begrüßten den Rückzug der Nominierung hingegen.

Naidoo hat seine Alben in Deutschland millionenfach verkauft. Mit „Dieser Weg“ lieferte er 2006 den Hit zum Fußball-Sommermärchen. Den Echo bekam er sechs Mal, zuletzt in diesem Jahr. Das nächste ESC-Finale findet im Mai 2016 in Stockholm statt.

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Foto: Xavier Naidoo wird im kommenden Jahr nicht beim Eurovision Song Contest (ESC) in Stockholm für Deutschland singen.

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