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"Das Supertalent": Giganten-Knatsch oder Titanen-Erfolg?

Medien "Das Supertalent": Giganten-Knatsch oder Titanen-Erfolg?

Dieter Bohlen ist für das "Supertalent", was Thomas Gottschalk für "Wetten, dass..?" war: irgendwie unverzichtbar. Doch Gottschalk hat die ZDF-Show verlassen und heuert nun bei der RTL-Talentsuche an.

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Alles im Lot bei Thomas Gottschalk und Dieter Bohlen.

Quelle: Patrick Seeger

Berlin. Wie kommt Bohlen mit dem neuen starken Mann an seiner Seite zurecht?

Skurrile Typen machen verrückte Dinge im Fernsehen, Thomas Gottschalk und Michelle Hunziker geben ihre Kommentare ab, ein Millionenpublikum ist begeistert. Nein, die Rede ist nicht vom ZDF-Klassiker "Wetten, dass..?", sondern von der RTL-Show "Das Supertalent", die im Herbst mit einer neuen Jury in ihre sechste Staffel startet.

Deutschlands Ober-Juror Dieter Bohlen (58) bekommt den großen Samstagabendunterhalter Gottschalk (62) und die charmante Hunziker (35) an seine Seite. Wird "Das Supertalent" nun das neue "Wetten, dass..?", also die große Samstagabendshow, die noch einmal die ganze Familie vor dem Fernseher vereint?

Vielleicht - doch erst einmal gibt es Knatsch, zumindest nach Darstellung der "Bild"-Zeitung. Die titelte am Montag mit der Frage: "Schmeißt Bohlen bei Supertalent hin?" RTL habe Bohlen mit der Personalie Gottschalk überrumpelt. Der Musikproduzent sei bisher davon ausgegangen, dass Gottschalk nur eine Gastrolle bekomme, nicht aber einen festen Jury-Posten. Bohlen sieht demnach seine herausgehobene Rolle bei der Unterhaltungsshow in Gefahr.

RTL schmettert solche Überlegungen ab: "Dieter Bohlen war über die Neuerungen der Jury nicht nur informiert, sondern darüber hinaus, auch in direkten Gesprächen mit Thomas Gottschalk, aktiv involviert. Gastauftritte oder Ähnliches waren zu keinem Zeitpunkt Thema", sagte Sprecherin Anke Eickmeyer der dpa als Reaktion auf den "Bild"-Artikel. Von Hinschmeißen könne keine Rede sein. "Wir haben mit allen drei Jurymitgliedern entsprechende Vereinbarungen." Es sei nicht nur die "prominenteste und hochkarätigste, sondern auch erfahrenste Show-Jury", sagte Eickmeyer weiter.

Allerdings wundert es schon, dass in den Personalienmeldungen am Wochenende sowohl Gottschalk und Hunziker als auch RTL-Unterhaltungschef Tom Sänger ausführlich zu Wort kommen - aber von Bohlen kein einziges Zitat. Ist der Lautsprecher aus Tötensen also doch ein wenig verschnupft? RTL meint dazu süffisant-säuerlich: "Möglicherweise ist Dieter Bohlen sein aktueller Familienurlaub wichtiger als Presseinterviews, für die bis zum Start von "Das Supertalent" auch nach dem Urlaub noch reichlich Zeit sein wird."

Tatsächlich bietet die neue Dreier-Jury RTL die Chance, in der Samstagabendunterhaltung die Nummer eins zu werden - bei allen Zuschauern und nicht nur bei den Jüngeren. Bohlen hält die RTL-Stammzuschauer, Gottschalk bürgt für eine gewisse Seriosität und bringt so die Älteren mit und Hunziker mag sowieso fast jeder. Doch gerade Gottschalks so häufig selbst beschworener Gegenentwurf zu Bohlens Trash-Programm könnte jetzt einen Keil zwischen die beiden treiben.

Denn der Entertainer mische bereits kräftig beim Konzept für das "Supertalent" mit, schreibt die "Bild" und folgert: Es werde künftig "keine Freaks, keine Nackten, keine Penis-Maler oder Kunst-Furzer" mehr geben. Tatsächlich? RTL äußert sich dazu eher geheimnisvoll: "Auch in diesem Jahr wird es wieder Kandidaten aus allen Kategorien geben. Und auch Ecken und Kanten wird es geben können."

Gibt es also gar keinen Knatsch oder können sich Bohlen und Gottschalk - laut RTL-Oberunterhalter Sänger "Show-Gigant und Pop-Titan" - zusammenraufen? Dann müsste sich das ZDF eventuell warm anziehen, das im Herbst Markus Lanz als Gottschalk-Nachfolger mit einer runderneuerten "Wetten, dass..?"-Show ins Rennen schickt.

Doch (noch) gibt man sich in Mainz gelassen: "Wir sind mit "Wetten, dass..?" in einer fortgeschrittenen Planungsphase. Dass Thomas Gottschalk neuer Juror beim "Supertalent" wird, ist für uns kein Grund zu zittern, oder die Konzeption komplett neu zu überdenken", sagte ZDF-Sprecher Alexander Stock in der "Bild am Sonntag".

dpa

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