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Sie sollen statt Naidoo singen

ESC-Leservorschläge Sie sollen statt Naidoo singen

Der Aufschrei war groß: Als der Norddeutsche Rundfunk am Donnerstag verkündete, den umstrittenen Sänger Xavier Naidoo ohne Vorentscheid zum Eurovision Song Contest (ESC) nach Stockholm zu schicken, tobte die Öffentlichkeit. Der NDR zog Naidoo zurück, wir haben bei Facebook nach Alternativen gefragt.

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Ob ernst gemeint oder nicht: Heino war einer der Leserfavoriten für den ESC nach dem Aus Xavier Naidoos.

Quelle: Horst Ossinger/dpa

Kiel. Naidoo war in den vergangenen Jahren mit Auftritten vor einer Demonstration der rechtsgerichteten "Reichsbürger"-Bewegung und homophoben Äußerungen negativ aufgefallen –  nach seiner Nominierung zum ESC 2016 entbrannte im Internet ein Proteststurm. Der Fernsehsender NDR sagte den Auftritt Naidoos beim ESC daraufhin ab, der Dachrundfunk ARD kritisierte den Regionalsender für seine "unglückliche" Entscheidung. Die sorgte auch im Facebook-Kanal von KN online für viele Alternativvorschläge, über 180 Kommentare wurden abgegeben. Die Wünsche der Leser decken eine große Bandbreite ab: Von ironisch bis zielgerichtet auf Anforderungen und Profil des ESC.

Dass Sandra Gottstein davon ausgeht, dass die "Söhne Mannheims Schweden rocken", ist sicherlich eher sarkastisch gemeint. Immerhin ist Xavier Naidoo selbst Teil der Mannheimer Rap-Combo, die übrigens 2013 (damals allerdings ohne Naidoo) im Vorentscheid chancenlos war.

Viele Nutzer wie Axel Bunte oder Roland Craus schlagen daher das endlos erfolgreiche Schlagersternchen Helene Fischer vor, auf einem schmalen Grat zwischen Pragmatismus und Abneigung. In Deutschland wäre ihre Unterstützung zweifelsfrei sehr groß.

Auffallend viele Vorschläge sprechen sich für deutsche Rockbands aus. Ganz vorne dabei waren dank Ulrike Haß, Christoph Lühr oder Nessi Ganzon auch die schleswig-holsteinischen Seemanns-Rocker von Santiano. Auch diese Band war übrigens schon einmal beim ESC-Vorentscheid vertreten. 2014 schied Santiano allerdings im Halbfinale von "Unser Song für Dänemark" aus.

Der ganze Hick-Hack um Naidoo, die Nominierung und die Denominierung scheint allerdings einigen Nutzern nur noch auf die Nerven zu gehen. "Wir brauchen keinen Nachfolger .... hoffentlich schaut dieses Jahr keiner mehr dort zu !!!!!", schreibt Andrea Czichos. "Einfach nicht teilnehmen", schlägt Gerhart Schmitt vor. "Das ist doch ne ganz große Verarschung! Was soll der Mist!?", gibt sich Martin Zornow kritisch. "Von mir aus muss da gar kein deutscher Interpret an dieser Farce teilnehmen", stößt Jan Jerry Kuschny in das gleiche Horn wie Chrisi Bito: "Deutschland sollte aus dieser Veranstaltung aussteigen."

Doch ein Klassiker scheint aufgrund der aktuellen weltpolitischen Lage unverändert hohes Vertrauen zu genießen. Nicoles Grand-Prix-Erfolg von 1982, "Ein bisschen Frieden", wird auch von Axel Bunte bevorzugt. Mit einem Augenzwinkern schlägt Anja Treichel sogar eine Neuauflage vor: "Nicole mit "Ein bisschen mehr Frieden". Ralph Siegel schreibt bestimmt gerne den Text."

Einige Nutzer würden sogar selbst gern auf der Bühne stehen: "Ich habe an dem Tag zufällig Zeit...", schreibt Ronald Blessing. "Wenn ihr jemanden braucht, der überhaupt keine Ahnung hat, dann nehmt mich", kommentiert Hans-Jürgen Boll süffisant.

Dem setzt nur noch ein Favorit der Nutzer die Krone auf: Der weißhaarige Volksmusik-Schlagerbarde Heino soll sich nach Meinung von Gabriele Engler der Sache annehmen. Nach Andrea Berchem, Sascha Rad und Häusi Wasdalos könnte er zusammen mit den Hardrockern von Rammstein sogar die europäische Musikkrone holen. Schließlich gelang es nicht nur den finnischen Schockrockern von Lordi bereits 2006 mit brachialem Rock und ihrem Song "Hard Rock Hallelujah" den ESC zu gewinnen:

Heino und Rammstein würden vielmehr auch einen Hauch Schleswig-Holstein mit in den Ring werfen. So traten sie bereits beim Wacken Open Air 2013 gemeinsam auf, nachdem Heino einige Rammstein-Songs gecovert hatte. Ein Auftritt, der Kultstatus genießt.

Hier die Facebook-Kommentare in der Übersicht

Xavier Naidoo ist beim ESC aus dem Rennen, ein Nachfolger wird dringend gesucht. Habt Ihr einen Vorschlag?

Posted by Kieler Nachrichten on Sonntag, 22. November 2015

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Medien
Xavier Naidoo singt nicht für Deutschland.

Die Debatte um Xavier Naidoo hatte einen gewissen Unterhaltungswert: Erst bot der NDR ihn für den Eurovision Song Contest auf, dann zog er die Nominierung zurück. Jetzt bastelt der Sender an einem neuen Vorentscheid für den größten europäischen Musikwettbewerb.

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