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Hollywood trauert um Ernest Borgnine

Film Hollywood trauert um Ernest Borgnine

Ein Oscarpreisträger ist tot und Hollywood trauert um einen seiner Stars: Der Charakterdarsteller Ernest Borgnine starb am Sonntag im Alter von 95 Jahren. Mehr als sechs Jahrzehnte hatte der Sohn armer italienischer Einwanderer die Filmwelt mitgeprägt.

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Ernest Borgnine als «Marty» (1956), undatierte Aufnahme.

New York. Millionen Menschen kannten sein Gesicht mit der markanten Zahnlücke. "Das ist ein sehr trauriger Tag", sagte Borgnines Managerin Lynda Bensky dem "Hollywood Reporter". "Die Filmindustrie hat einen Großen verloren." Borgnine sei eine Ikone gewesen. "Aber wichtiger ist noch, dass die Welt einen weisen und liebevollen Mann verloren hat, der uns allen gezeigt hat, wie man "jung altern" kann. Sein ansteckendes Lachen und Kichern hat aus der Welt einen fröhlichen Platz gemacht."

Borgnine war am frühen Sonntagnachmittag (Ortszeit) im Kreise seiner Familie in einem Krankenhaus gestorben. Seine Frau Tova, die fünfte Ehe hielt seit 1973, sei bei ihm gewesen, ebenso weitere Mitglieder seiner Familie.

Einer von Borgnines letzten Auftritten war Anfang des Jahres: Zum 100. Geburtstag des Filmstudios Paramount hatte er mit Dutzenden anderen Hollywoodstars für ein Foto posiert. Er war der zweitälteste nach dem sieben Wochen älteren Kirk Douglas. Er hatte später aber noch eine Premiere. Beim Newport Beach Film Festival in Kalifornien im April wurde "The Man Who Shook the Hand of Vicente Fernandez" gezeigt. Es war der letzte Film, in dem Borgnine mitspielte.

Borgnine sei "nie in Rente gegangen von der Kunst, die er liebte", heißt es in einer Erklärung der Familie, die die "Los Angeles Times" abdruckte. Er habe sich "exzellenter Gesundheit erfreut bis zu der kürzlichen Krankheit". Angeblich starb er an Nierenversagen. Alle seien schockiert über seinen Tod, freuten sich aber über den Zuspruch: "Mr. Borgnines Familie ist tief berührt von der Liebe und der Unterstützung der vielen Freunde, Mitarbeiter und Fans auf der ganzen Welt." Der Schauspieler war am Dienstag zu einer Routineuntersuchung ins Krankenhaus gekommen und hatte noch gescherzt, das sei seine "95 000-Meilen-Inspektion".

Borgnine hatte nach einer zehnjährigen Laufbahn bei der Marine zum Film gefunden. Sein Durchbruch war dann 1953 die Rolle eines Marinesoldaten: Sergeant "Fatso" Judson in dem Pearl-Harbor-Drama "Verdammt in alle Ewigkeit". In Kriegsfilmen spielte er seine wichtigsten Rollen, aber auch in Western und anderen Filmen. Der größte Erfolg war 1955 "Marty". Für seine Darstellung des scheuen Fleischers, der mit Mitte 30 noch bei seiner Mutter lebt, hatte er ein Jahr später den Oscar bekommen.

Fernsehgeschichte schrieb er mit der Sitcom "McHale's Navy", die von 1962 bis 1966 in den USA lief. Die Schwarz-Weiß-Serie war eine Rückkehr zur Marine: Borgnine spielte einen Korvettenkapitän im Zweiten Weltkrieg, dessen Mannschaft auf einer idyllischen, aber verlassenen Insel überleben muss. Die Serie ist ein Stück amerikanisches Kulturgut.

Jüngere Zuschauer kennen Borgnine als "Dominic Santini" in der Achtziger-Jahre-Serie "Airwolfe". Und auch die jüngsten haben von Borgnine zumindest gehört: In der Originalversion der Trickfilmserie "SpongeBob Schwammkopf" sprach er den dicken "Mermaid Man".

dpa

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