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Ingo Schulze mag Bücher aus Papier

Literatur Ingo Schulze mag Bücher aus Papier

Der Schriftsteller Ingo Schulze ("Simple Storys", "Neue Leben") hängt an Büchern aus Papier."Wenn es um Literatur geht, um eben jenen Roman oder jenen Gedichtband, der für Tage oder Wochen zum Begleiter wird, hätte ich Schwierigkeiten mit dem digitalen Lesen", sagte der 49 Jahre alte Berliner Autor der Nachrichtenagentur dpa.

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Für Ingo Schulze sind Bücher in gedruckter Form nach wie vor wichtig. 

Quelle: Karlheinz Schindler

Berlin. a.

Wie wichtig ist Ihrer Ansicht nach das gedruckte Buch zum Anfassen?

Schulze: "Ich habe gerade 220 Umzugskartons mit Büchern gepackt. Deshalb habe ich im Moment vom Anfassen genug und würde gern nur noch lesen, allerdings eben diese Papierbücher. Eigentlich steht schon alles über das Buch in Franz Fühmanns Erzählung "Pavlos Papierbuch". Für mich ist das Papierbuch nicht zu ersetzen, aber es gibt sinnvolle und wünschenswerte Ergänzungen."

Was bedeutet der Wandel hin zum Digitalen für das Lesen?

Schulze: "Das digitale Lesen erschließt von einem Augenblick auf den anderen ganze Kontinente, die früher nur mühselig, wenn überhaupt zu erreichen waren. Das ist wunderbar! Es kommt allerdings darauf an, dass dies ein Allgemeingut bleibt. Wenn es um Literatur geht, um eben jenen Roman oder jenen Gedichtband, der für Tage oder Wochen zum Begleiter wird, hätte ich Schwierigkeiten mit dem digitalen Lesen. Ich weiß nicht, ob das nur eine Sache der Gewohnheit ist. Für mich geht es mehr und mehr darum, mich zu beschränken. Das digitale Lesen geht ja oft mit einer ständigen Verbindung zum Netz einher, die brauche ich nicht, die wirkt auf mich zunehmend störend."

Was bedeutet Ihnen persönlich ein Bücherregal, was verbinden Sie damit?

Schulze: "Zu Hause ist ja nicht nur der Ort, an den die Rechnungen geschickt werden, zu Hause ist auch der Ort, an dem die Bücher warten."

Hat das schön gefüllte Bücherregal noch eine Zukunft?

Schulze: "Bei mir auf jeden Fall. Schön gefüllt bedeutet für mich, gelesene Bücher, an die ich mich erinnere. Das ist dann eine Erweiterung meiner Wirklichkeit, so viele Leben und Erfahrungen, die ich ohne Bücher gar nicht alle machen könnte."

Interview: Caroline Bock, dpa

dpa

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