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Nach Köln – Zeit für eine neue Flüchtlingspolitik?

Neustart von Anne Will Nach Köln – Zeit für eine neue Flüchtlingspolitik?

Nach vier Jahren "Günther Jauch" ist Anne Will am Sonntagabend zurück auf dem Bildschirm. Wie ihre erste Sendung nach der langen Pause verlief, haben wir unter die Lupe genommen.

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Anne Will führt wieder durch den Sonntagstalk im Ersten.

Quelle: Wolfgang Borrs/NDR

Die Moderation
Ihre Braue blieb unten. Dieses gefürchtete schnelle Zucken über dem linken Auge, kurz bevor Anne Will ihrem Gesprächspartner resolut das Wort abschneidet. Wenn sie nachbohrt, nachfragt, positiv nervt. All das vermisste man beim Talk eins nach Günther Jauch. Anne Will ließ leider laufen. Während Jauch mit einer grundverdutzten Grimasse vier Jahre lang wenigstens seine Kärtchen sortierte, blieb Will emotionslos und viel zu zurückhaltend.
Die Deko
Fünf beigefarbene Sessel, dunkelbraune Holzvertäfelung und changierende Schwarz-Weiß-Fotos an den Wänden: So sieht die „neue“ Studio-Dekoration in Adlershof aus. Wohnzimmer mit Nierentischchen statt grelles Gasometer. Eigentlich fehlten nur noch die Salzstangen und der Käseigel. Will sucht im Gegensatz zu Jauch die behagliche Ruhe am Sonntagabend. Viele Zuschauer werden so viel Rücksichtnahme mit dem vorzeitigen Drücken der Aus-Taste ihrer Fernbedienung quittiert haben. Daran änderten auch einige schnelle Einspieler nichts.
Der peinlichste Moment
Dass Peter Altmaier, Flüchtlingskoordinator und Allzweckwaffe Angela Merkels, keine Gelegenheit auslässt, die Politik der Bundesregierung über den grünen Klee zu loben, ist nicht neu. Neu ist allerdings, dass die Regierung laut Altmaier angeblich aus früheren rechtsextremen Gewaltexzessen gelernt haben will. „Gewalt von rechts? Wir haben vor 15 Jahren gehandelt.“ Die zunehmende rechte Gewalt gegen Flüchtlinge lobt dieser Mann einfach weg.
Der Lichtblick
Der aus Israel stammende Philosoph, Psychologe und Islamexperte Ahmad Mansour mahnte eindringlich davor, dass sich Vorfälle wie in Köln jederzeit wiederholen können. Er erinnerte an Ehrenmorde, Zwangsverheiratungen und sexuelle Übergriffe in Flüchtlingslagern. Zudem warf er der deutschen Politik Hilflosigkeit vor. Die Bundesregierung blende die Gründe dafür aus, dass bereits mehr als 1000 Menschen Deutschland verlassen hätten, um sich der Terrormiliz Islamischer Staat anzuschließen.
Der Schlagabtausch
Stefan Aust, Chefredakteur von „WeltN24“, und Kanzleramtsminister Peter Altmaier lieferten sich ein Duell um Zahlen und Schlagbäume. Aust sagte, es seien einfach zu viele Flüchtlinge, die nach Deutschland kämen. Ohne gesicherte Grenzen werde alles aus dem Ruder laufen. Altmaier versicherte, die Bundesregierung habe keinen Plan B und wolle auch nicht in naher Zukunft die Grenzen zu Österreich schließen.

Von Jörg Köpke

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