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Pina Bausch Compagnie studiert erstmals neue Stücke ein

Tanz Pina Bausch Compagnie studiert erstmals neue Stücke ein

Viele haben auf diesen Schritt gewartet: Die Tänzer der Pina Bausch Compagnie arbeiten erstmals seit dem Tod der legendären Choreographin an neuen Stücken.

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Lutz Förster ist der künstlerische Leiter der Pina Bausch Compagnie.

Quelle: Rolf Vennenbernd

Wuppertal. Es ist Neuland für Tänzer und Choreographen: Erstmals seit dem Tod der berühmten Tanzkünstlerin Pina Bausch vor sechs Jahren studiert ihre Compagnie neue Stücke mit anderen Choreographen ein.

Rund 30 Tänzer arbeiten derzeit an drei Stücken, die am 18. September in Wuppertal uraufgeführt werden. Dies sei "ein wichtiger Schritt für die Compagnie", sagte der künstlerische Leiter Lutz Förster am Mittwoch in Wuppertal. "Wir sind an einem Punkt, wo wir bereit sind, es zu tun." Titel haben die neuen Stücke noch nicht.

Die Gastchoreographen der Pina Bausch Compagnie sind der britische Regisseur und Schriftsteller Tim Etchells, das argentinisch-französische Duo Cecilia Bengolea und Francois Chaignaud sowie Theo Clinkard aus Großbritannien. Etchells ist für ein Kinder- und Jugendstück für den diesjährigen Theaterpreis "Faust" nominiert.

"Zuerst dachte ich: 'Oh Gott, Pina ist nicht da'", sagte die Australierin Julie Shanahan, die seit vielen Jahren zur Compagnie gehört, über den Beginn der Proben. "Aber etwas zu verlieren heißt auch, etwas zu gewinnen." Für die Truppe sei es immens wichtig, wieder kreativ zu sein. "Die Reise, die wir jetzt machen, ist sehr bewegend."

Auch aus der "Komfortzone" müssen die Tänzer nach Worten Shanahans heraus. So sollen sie in der Choreographie von Bengolea und Chaignaud, die aus der Club-Kultur kommen, auch singen. Neu war für das Choreographen-Duo, dass Tänzer ihre Vorgaben nicht einfach reproduzieren, sondern sie auch reflektieren. Tim Etchells wiederum brachte Textfragmente mit, aus denen Tänze entstehen sollen. Der Choreograph Clinkard sagte, er sehe seine Rolle eher als "Moderator". Er müsse sich mit den Tänzern "auf halbem Wege treffen".

Seit dem Krebstod von Pina Bausch im Jahr 2009 tourt ihre Truppe erfolgreich mit den von ihr entwickelten Choreographien um die Welt. Pina Bausch hatte seit den 70er Jahren 40 Choreographien entwickelt. In den vergangenen Jahren wurden schrittweise junge Tänzer in die Compagnie geholt. Auf ein neues Stück hatte die Tanzszene lange mit Spannung gewartet.

dpa

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