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Böhmermann kündigt Fernsehpause an

Satirestreit Böhmermann kündigt Fernsehpause an

Jan Böhmermann will in naher Zukunft nicht im Fernsehen auftreten. Das kündigte der Satiriker am Sonnabend auf seiner Facebook-Seite an. Er reagierte damit auf die von der Bundesregierung ermöglichte Strafverfolgung wegen des Satire-"Schmähgedichts" auf den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan.

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Nachdem der Strafverfolgung seines Satire-"Schmähgedichts" auf den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan (links) stattgegeben wurde, legt ZDF-Satiriker Jan Böhmermann eine Fernsehpause ein.

Quelle: dpa

Köln. Böhmermann ging damit einen Tag nach der Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel an die Öffentlichkeit. Zuvor war er tagelang abgetaucht und hatte keine Reaktionen auf die sich immer weiter zuspitzende Staatsaffäre zwischen Deutschland und der Türkei gezeigt. Wenig später konkretisierte das ZDF per Twitter: Die Pause wird bis zum 12. Mai andauern.

Die Causa Böhmermann hat sich nach einem in seiner ZDF-Neo-Sendung "Neo Magazin Royale" vorgetragenen Satire-"Schmähgedicht" zu einem ernsthaften politischen Streitpunkt in der Regierungskoalition entwickelt. SPD-Minister wollten die Strafverfolgung nach dem umstrittenen Paragraphen 103, der fremde Staatsoberhäupter vor "Majestätsbeleidigung" schützt, unterbinden. Bundeskanzlerin Angela Merkel gab in der Abstimmung innerhalb der Regierung schließlich den Ausschlag für die Strafverfolgung.

Das Gedicht las Böhmermann am 31. März, zwei Wochen später haben sich viele politische, mediale und kulture Entscheidungsträger dazu geäußert. Böhmermann selbst weist in seinem Post darauf hin, dass dieses Ausmaß die Relevanz seiner Satire weit übersteigt. Die endgültige Klärung, wie und was an dieser Satire erlaubt oder verboten war, wird jetzt ein Gericht herbeiführen.

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Ein Artikel von
Niklas Wieczorek
Lokalredaktion Kiel/SH

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Der Fall Böhmermann spaltet die Republik. Manch einer fürchtet schon um die Pressefreiheit. In jedem Fall ist es eine überraschende Erkenntnis, dass es noch so etwas wie Majestätsbeleidigung gibt.

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