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"Verkehrte Welt": Mittelalterliche Wandmalereien entdeckt

Archäologie "Verkehrte Welt": Mittelalterliche Wandmalereien entdeckt

Jagende Tiere und gegrillte Jäger: Eine "Verkehrte Welt" haben Archäologen im Keller eines historischen Hauses in Pirna (Sachsen) entdeckt. Die sehr seltenen mittelalterlichen Wandmalereien legten sie in einem bisher hinter Verschalungen und Trennwänden verborgenen Saal frei, wie die Restauratoren mitteilten.

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Die Welt steht Kopf in Pirna.

Quelle: Dirk Böhme

Pirna. n. Für farbige Darstellungen der "Verkehrten Welt" dieser Art gebe es nur wenige erhaltene Beispiele in Europa. Der für rund 500 000 Euro von den privaten Eigentümern des Gebäudes restaurierte einstige Festsaal samt Malereien soll am 2. Oktober eröffnet werden.

Zuerst ist eine Jagdgesellschaft zu sehen, die aus einer Stadt in den Wald zieht und jagt. Danach aber verkehrt sich die Welt: Nun jagen die Tiere die Jäger, Bär und Hirsch tragen eine Stange mit einem Gefangenen, ein Jäger wird über dem Feuer gebraten, ein weiterer liegt ausgeweidet auf dem Tisch und wird von Tieren verspeist.

Das Motiv ist nach Angaben der Restauratoren seit der Antike in Kunst und Kultur präsent. Mittelalterliche Bildnisse gebe es meist nur noch als grafische Darstellungen in Sammlungen oder Buchdrucken. Einzelne Wandmalereien, die aus dem 12. bis 16. Jahrhundert datieren, seien nur in der Schweiz, der Slowakei, in Südtirol, der Toskana oder in Österreich bekannt. Die Gegenüberstellung von verkehrter und realer Welt aber sei eine Besonderheit - und der Pirnaer Bilderfries zumindest in Deutschland "einzigartig".

dpa

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