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Warum Romantasy das Genre der Stunde ist

Literatur Warum Romantasy das Genre der Stunde ist

Christian Walther, Cheflektor des Gulliver-Verlages, erklärt, weshalb sich Geschichten mit einer Prise Romantik besser verkaufen und weshalb auch phantastischen Romanen eine realistische Grundierung gut tut.

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In einem neuen Roman des Gulliver-Verlages wird der Gestaltwandler Nick zum Adler und rettet Grace. Daraus entspinnt sich eine Liebesgeschichte.

Quelle: dpa

Weinheim. Beim Stichwort Fantasyliteratur denken viele zunächst an „Herr der Ringe“. Dass das Genre weit vielschichtiger ist, zeigt der Kinder- und Jugendbuchverlag Gulliver. „Zwerge, Trolle und Drachen gibt es bei uns eher weniger“; sagt der Cheflektor Christian Walther. Im ehemals reinen Taschenbuchprogramm von Beltz erscheinen mittlerweile verstärkt Romane und Serien in Original- und Deutschen Erstausgaben. Walther gefallen vor allem „realistische Geschichten, die angereichert sind mit einem magischen Element, zum Beispiel einem verwunschenen Haus“.

Science-Fiction, realistisch verortet

Science-Fiction, realistisch verortet.

Quelle: Verlag

Katja Brandis schreibt sich in ihrer Near-Future-Fiktion „Floaters. Im Sog des Meeres“ etwa in das Jahr 2030. „Das ist eine sehr nahe Zukunft, die Autorin denkt dabei Entwicklungen weiter, die heute bereits begonnen haben. Es handelt sich also nicht um eine abgehobene Science-Fiction, sondern die Geschichte ist realistisch verortet“, meint Walther. Die Handlung dreht sich um den gigantischen Plastikteppich im Meer und die Konfrontation zwischen Müll-Piraten und Umweltaktivisten.

„Eine ziemlich dramatisch erzählte Liebesgeschichte“

„Eine ziemlich dramatisch erzählte Liebesgeschichte“.

Quelle: Verlag

Im Juli erscheint der Roman „Am Abgrund des Himmels“ der australischen Autorin Sue-Ellen Pashley. Darin geht es um Grace und Nick, der sich in einen Adler verwandeln kann. Als er sie vom Sturz in die Tiefe bewahrt, entspinnt sich eine Liebesgeschichte. Walther erklärt: „In der klassischen Fantasy würde es vielleicht um einen Kampf zwischen Gestaltwandler-Clans gehen. Hier aber ist das Gestaltwandeln von Nick nur ein Detail in einer ziemlich dramatisch erzählten Liebesgeschichte“. Romantasy nennt man diese Verquickung von phantastischen und emotionalen Geschichten, das Untergenre erfreut sich seit Stephenie Meyers Vampirgeschichten wachsender Beliebtheit.

20 Titel bringt Gulliver pro Halbjahr heraus, davon sind etwa vier aus dem Bereich Phantastik. Einen gesonderten Bereich nimmt die Tierfantasy ein: die Fledermaustrilogie von Kenneth Oppeln und die erfolgreiche Reihe „Warrior Cats“ von Erin Hunter.

Eine Sklavin lernt die Götterschrift

Eine Sklavin lernt die Götterschrift.

Quelle: Verlag

Der historische Fantasyroman „Feuer und Feder“ von Kathy MacMillan hat auch viele erwachsene Leser gefunden. Darin geht es um die Sklavin Raisa, die in der Schrift unterrichtet wird, mit der die Menschen in den Kontakt zu den Göttern treten können. Dabei hilft ihr ausgerechnet der Kronprinz Matti. Was dann zwischen ihnen geschieht, lässt das Genre Romantasy erahnen.

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Christian Walther ist Cheflektor bei Gulliver

Christian Walther ist Cheflektor bei Gulliver.

Quelle: Verlag

Von Nina May/RND

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