23 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
ZDF-Mitarbeiter setzen sich für Böhmermann ein

Protest gegen Sender ZDF-Mitarbeiter setzen sich für Böhmermann ein

Der Streit um Jan Böhmermanns Satire-"Schmähgedicht" auf den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan ruft jetzt Proteste der Beteiligten hervor: ZDF-Mitarbeiter wollen das gelöschte Gedicht wohl wieder in die Online-Mediathek stellen. Böhmermann verweigert unterdessen eine Unterlassungserklärung.

Voriger Artikel
Die Mutter aller Kunstmessen - Zum 50. Mal Art Cologne
Nächster Artikel
Erinnerungen am ersten Todestag von Günter Grass

Sorgt weiter für medienrechtliches und politisches Chaos: ZDF-Satiriker Jan Böhmermann.

Quelle: Ben Knabe/ZDF/dpa

Mainz. Nach Berichten von "Spiegel Online" kursiere beim "Zweiten Deutschen Fernsehen" in Mainz seit Donnerstagmorgen ein Schreiben per Hauspost, in dem die Mitarbeiter das Wiedereinstellen des Videos als "Dokument der Zeitgeschichte" fordern. Böhmermann habe mit seiner Satire politische Reaktionen hervorgerufen und damit zweifelsohne den Programmauftrag eines öffentlich-rechtlichen Senders erfüllt.

Böhmermanns Anwalt: Keine Unterlassungserklärung

Unterdessen berichtete die "Süddeutsche Zeitung" am Donnerstagmorgen, dass Jan Böhmermann und sein juristischer Beistand die von Staatspräsident Erdogan gesetzte Frist für eine Unterlassungserklärung verstreichen ließen. Die türkische Forderung, ihn strafrechtlich zu verfolgen, beruhe offensichtlich auf einem Missverständnis des Gedichts. Das ließ Böhmermann über seinen Anwalt Christian Schertz ausrichten. Er habe Erdogans Anwälten mitgeteilt, es sei "offensichtlich übersehen worden, dass das Gedicht nicht solitär verbreitet wurde, sondern in einer Gesamtdarstellung über das, was in Deutschland erlaubt ist und was nicht".

Satiriker ist abgetaucht

Der Satiriker selbst ließ in den vergangenen Tagen nicht mehr von sich hören. Seinen Auftritt bei der Grimme-Preisverleihung am Wochenende sagte er ab, seine kommende Ausgabe der Sendung "Neo Magazin Royale" fällt aus. Am Mittwoch meldeten Medien, er stehe mittlerweile unter Polizeischutz. Ein Streifenwagen parke vor seinem Haus.

Das Gedicht hatte Böhmermann am 31. März vorgelesen. Der türkische Botschafter hatte in der vergangenen Woche beim Auswärtigen Amt verlangt, dass der Satiriker strafrechtlich verfolgt wird. Die SPD schlägt unterdessen vor, aus dem Strafgesetzbuch eine Sonderregelung für die Beleidigung ausländischer Staatsoberhäupter zu streichen, nach der die Regierung nun zur Entscheidung aufgerufen ist.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Niklas Wieczorek
Lokalredaktion Kiel/SH

Anzeige
ANZEIGE
Mehr zum Artikel
Fake
Foto: Bild-Herausgeber Kai Diekmann.

Kai Diekmann, Herausgeber der „Bild“-Zeitung, hat mit einem angeblichen Interview mit TV-Satiriker Jan Böhmermann (35) am Mittwoch Verwirrung gestiftet. „Ich sag’ es mal in den Worten des falschen Böhmermann: „Das ganze Leben ist Satire. Man muss sie nur erkennen.“ #Boehmermann #Interview“, twitterte er.

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten: Kultur aus der Welt 2/3