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Vielleicht noch mal mit Eric Clapton

Blues-Festival in der Räucherei Kiel Vielleicht noch mal mit Eric Clapton

Der 81-jährige Lil’ Jimmy Reed hat ihn immer noch, den Blues: Am Freitag bringt der Altmeister Louisiana-Feeling in die Kieler Räucherei.

Kiel. Kiel. „Die Leute in Deutschland lieben den Blues und verstehen seine Botschaft genauso wie überall auf der Welt. Ich freue mich sehr und bin auch ein wenig stolz darauf, den guten, alten Louisiana-Blues nach Kiel bringen zu dürfen.“ Das erzählt uns einer, der weiß, wovon er spricht. Mit 81 Jahren ist die weit gereiste US-Blues-Legende Lil’ Jimmy Reed einer der drei Künstler, die sich bei der 18. Internationalen Kieler Blues-Festival am Freitag in der Räucherei die Ehre geben.

 Eine Geschichte, so schön, um wahr zu sein: Geboren 1935 lebt Reed, der eigentlich Leon Atkins, heißt, in bitterster Armut in dem von Rassendiskriminierung geschüttelten Hardwood, Louisiana, einer kleinen Baumwollstadt am Mississippi River. Als er sechs Jahre alt wird bekommt er seine erste Gitarre – gemacht aus einer Zigarrenkiste und mit unterschiedlich starken Angelsehnen als Saiten bespannt. Ein Wanderer schenkt ihm eine alte Mundharmonika. Leon bringt sich das Harp-Spiel selber bei und begleitet sich damit selbst auf der „Gitarre“. Ein paar Jahre später spielt Leon in den Bars und Kneipen der Umgebung, bis eines Tages das Wunder passiert. Der legendäre Jimmy Reed spielt in der Nähe. Leon macht sich auf den Weg, sein musikalisches Vorbild live zu erleben. Doch der Star war zu betrunken für einen Auftritt. Kurzerhand wurde Leon gebeten, einzuspringen.

 Die Show war grandios und Leon hatte seinen Künstler-Namen: Little Jimmy Reed oder heute Lil’ Jimmy Reed. Der Rest ist Geschichte. Lil’ Jimmy Reed hat zusammen mit B.B. King, John Lee Hooker, Howlin‘ Wolf, Chuck Berry oder Little Walter gespielt und wurde in die Alabama Blues Hall Of Fame aufgenommen. Er ist immer noch äußerst aktiv und gilt als einer der letzten noch lebenden Vertreter des klassischen Louisiana Down-Home Blues.

 Was aber hält den alten Recken so auf Touren? „Es ist die Musik, nichts weiter. Ich spiele den Blues schon mein ganzes Leben, mittlerweile eine ziemlich lange Zeit, und ich werde einfach nicht müde, genau das zu tun. Es hält mich jung“, verrät Reed das Geheimnis seiner offenbar unerschöpflichen Energie. Und Wünsche hat er auch noch: „Ich würde gern noch mal gemeinsam mit Eric Clapton auftreten.“

 Mal sehen ob’s klappt. Sicher ist, dass es neben dem Auftritt der Blues-Urgesteins an diesem Abend in der Räucherei einen Gig des finnischen Quintetts Wentus Blues Band gibt. Die waren vor 15 Jahren schon einmal beim Kieler Blues Festival zu Gast und werden diesmal im Rahmen ihrer Jubiläums-Tour zum 30. Band-Geburtstag zu erleben sein. Außerdem konzertiert Smoking Wolf mit seiner Band. Der bekannte deutsche Blues-Gitarrist und Sänger präsentiert unter anderem sein neues Album Here Comes Trouble, auf dem fast alle Songs aus seiner eigenen Feder stammen.

18. Blues-Festival am Freitag, 19. Februar, Räucherei Kiel.

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