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Festspiele trommeln für die Musik

Mecklenburg-Vorpommern Festspiele trommeln für die Musik

24 Konzerte wird der 29-jährige Percussionist Alexej Gerassimez in der 27. Spielzeit der Festspiele Mecklenburg –Vorpommern gestalten. Bereits beim Eröffnungskonzert in Wismars St. Georgen-Kirche gab er vor Mendelssohns „Lobgesang“ seinen Einstand – als Komponist der „Festspiel-Ouvertüre“.

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Eine Uraufführung als erstes von 24 Festspiel-Konzerten: Percussionist und Komponist Alexej Gerassimez in Wismars St.-Georgen-Kirche, rechts Dirigent Robert Blank.

Quelle: Geert Maciejewski

Wismar. In der Rilke-Vertonung „Das Land“ vereint Gerassimez farben- und beziehungsreich (NDR-) Chor und Schlagwerk, ohne sich dabei mit seinem Instrumentarium in den Vordergrund zu drängen. Es ist das außergewöhnliche Werk eines genauso vielseitigen wie anspruchsvollen Künstlers, der schlicht konstatiert, „das 21. Jahrhundert gehört dem Schlagzeug“. „Wir Percussionisten“, setzt das musikalische Multitalent aus Essen noch einen drauf, „können zum Retter der Klassik werden“. Was ihn dazu prädestiniert, in diesem Jahr Preisträger in Residence des mittlerweile drittgrößten deutschen Klassikfestivals zu sein, dem er im übrigen bereits seit elf Jahren verbunden ist.

Zwei Wochen vor dem SHMF haben am Wochenende mit einem beeindruckenden Konzert der NDR-Radiophilharmonie unter Andrew Manze die Festspiele Mecklenburg- Vorpommern begonnen. 131 Konzerte und 24 Begleitprogramme stehen bis zum 15. September in landesweit 83 überwiegend ländlichen Spielstätten auf dem Programm. Und da lässt Intendant Markus Fein erneut keine Gelegenheit aus, die Klassik zu retten, treffender: zu pflegen. Sehr gute Vorverkaufszahlen zeigen schon jetzt, dass sie nicht wirklich in Not ist. Neben den großen Namen wie bei der Eröffnung schon die grandiose Geigerin Arabella Steinbacher und später noch Janine Jansen und Julia Fischer, aber auch die Dirigentengrößen Herbert Blomstedt oder Gustavo Dudamel (mit den Berliner Philharmonikern) oder Ute Lemper und Götz Alsmann sind es gerade die kleineren Formate, mit denen Fein und sein schwungvolles Team für Musik begeistern wollen.

Schon am Sonntag startete mit dem Kinder-und Familienfest in Hasenwinkel die neue Reihe „Mäck & Pomm“ mit vielfältigen Angeboten für den Nachwuchs. „Stars im Dorf“ sei, so der Intendant, ja eigentlich von Anbeginn an ein Motto der Festspiele. Diesmal konnte sich erstmals ein Dorf bewerben, um die Musiker ein Wochenende lang quasi zum Teil seiner Gemeinschaft zu machen. In Salow ist mit dem Fauré-Quartett zu erleben, was das alles bedeutet. Auch neue „unerhörte Orte“ gibt es in diesem Sommer wieder zu erobern. Für Gerassimez eine Steilvorlage – er hat bereits im vergangenen Jahr in einer Fabrik in Waren riesigen Schiffspropellern neue Töne entlockt. Diesmal präsentiert er etwa im ehemaligen VEB Reparaturwerk in Neubrandenburg sein multimediales Soloprogramm „Rhytholution“.

Das nordöstliche Nachbarland ist nicht nur in musikalischen Landpartien und ländlichen Festen gut zu erkunden, sondern auch beim zweiten Fahrradkonzert „Musik bewegt“ am 9. Juli in und um Schwerin. Alexej Gerassimez ist natürlich auch dabei, mit seinen musikalischen Brüdern Nicolai und Wassily, wie auch die NDR Bigband oder die Band Donnerbalkan mit Balkan-Pop oder Jazzpianist Omer Klein…. Und am 12. Juli hat der „Tausendsassa“ auch noch Zeit, beim SHMF in Pronstorf zu gastieren.

www.festspiele-mv.de

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Ein Artikel von
Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

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