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Mit Puschelmikro auf Forschungsreise

Alfons zu Ostern im Lutterbeker Mit Puschelmikro auf Forschungsreise

Erst zickt das Telefonnetz in den französischen Alpen, wo Emmanuel Peterfalvi alias Alfons gerade urlaubt, aber dann klappt es doch mit dem Telefoninterview. Als radebrechender Reporter mit Puschelmikro ist der gebürtige Pariser längst eine TV- und Bühneninstitution. Am Ostersonntag und -montag kommt er mit der Vorpremiere seines neuen Programms „Das Geheimnis meiner Schönheit“ in den Lutterbeker.

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Alfons

Quelle: Guido Werner

Lutterbek.. Interview: Beate Jänicke

 

  Herr Petervalvi, Sie wollten so lange in Deutschland bleiben und die Deutschen befragen, bis Sie sie verstanden haben, wie sieht es aus damit?

 Ich forsche immer noch, seit 24 Jahren, aber sehr gerne. Ich habe so viele Umfragen und Filmchen gemacht, dass ich es jetzt nicht mehr lassen kann. Mittlerweile kommt auch in den Bühnenprogrammen sehr viel von dem vor, was ich erlebt habe, in Deutschland, aber auch in Frankreich. Das versuche ich immer mal zu vergleichen, um zu gucken, wie die Menschen so sind.

 

  Sehen Sie sich eher als Kabarettist oder als Komiker, vielleicht eine Art hintersinniger Clown?

 Ich kann das nicht wirklich beantworten, ich bin eine Mischung. Was ich auf der Bühne mache, ist manchmal kabarettistisch, manchmal Comedy, auch Theater und Geschichten erzählen. Geschichten, bei denen man viel lacht, die aber auch unter die Haut gehen. Wichtig ist mir, dass die Leute am Ende sagen: Ich kenne ihn vom Fernsehen, ich habe etwas anderes erwartet, aber es war toll!

 

  Sind Sie mit Ihren Umfragen inzwischen nicht so bekannt, dass die Leute gar nicht mehr unvoreingenommen antworten?

 Gute Leute haben das Talent, den ganzen Kram mit dem Fernsehen zu vergessen. Die glauben an die Figur des Alfons wie das Kind an den Weihnachtsmann. Ich hatte ein bisschen Angst, als ich anfing, „Verstehen Sie Spaß?“ zu machen, mit Millionen Zuschauern. Aber es öffnet mir sogar Türen. Zum Beispiel für einen Film im neuen Programm: Eine Rentnerin auf dem Wochenmarkt hatte mir gesagt: Alfons, diese Fahrkartenautomaten der Bahn sind unmöglich zu bedienen, darüber solltest du mal was machen! Ich habe mit der DB telefoniert, und die meinten: Das stimmt nicht, es ist alles toll programmiert. Aber wenn Rentner Schwierigkeiten haben, bieten wir kostenlose Schulungen an. Für Fahrkartenautomaten! Da habe ich gefragt, ob ich mal dabei sein könnte. Erst wollten sie nicht. Aber als ich gesagt habe, dass ich Alfons bin, der mit dem Puschelmikrofon, hieß es: Okay, dann darfst du!

 

  Was erwartet uns sonst noch im neuen Programm?

 Es hat inzwischen einen Titel: „Das Geheimnis meiner Schönheit“. Eigentlich sollte es „No. 5“ heißen, weil es mein fünftes Programm ist. Es gab nur ein kleines Problem: Chanel hat schon dieses komische Duftwasser „No. 5“. Darum habe ich da angerufen, die Deutschen von Chanel waren total nett, aber die Franzosen waren besorgt um ihre Marke. Ansonsten geht es um Alfons, alles sehr autobiografisch. Wie ich beispielsweise als Kind in Paris einen Schulausflug zum Maison de la Radio, dem Funkhaus, gemacht habe, der mein Leben verändert hat. Ich bin immer wieder dorthin, war wie ein Maskottchen für die. Einmal sollte ich den größten Star von Frankreich treffen. Ich hatte sogar eine Rose für Brigitte Bardot dabei, aber dann kam Mireille Mathieu...

 

  Hat sich Alfons über die Jahre verändert?

 Ja, Themen wie das aktuelle Flüchtlingsthema anzusprechen, also nicht nur andre danach zu fragen, war am Anfang nicht möglich. Die Entwicklung der Figur und auch meiner Fähigkeiten lässt mich jetzt ganze Geschichten erzählen.

 Vorpremiere: 27. und 28.3., 21 Uhr, Lutterbeker

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