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Strauss' Arabella: Frau zwischen Welten

Vor der Opernpremiere Strauss' Arabella: Frau zwischen Welten

Nach 30 Jahren kehrt Strauss "Arabella", so etwas wie die „Fortsetzung des Rosenkavalier“, auf die Bühne des Kieler Opernhauses zurück. Im Gespräch vor der Premiere am 9. Dezember diskutieren Gastregisseur Uwe Schwarz und GMD Georg Fritzsch über das Meisterwerk nach Hofmannsthal.

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Lohnende Diskussion über Strauss’ und Hofmannsthals letzte gemeinsame Oper: GMD Georg Fritzsch (re.) und Regisseur Uwe Schwarz.

Quelle: Manuel Weber

Kiel. Kiels Generalmusikdirektor Georg Fritzsch fühlt sich in der „auskomponierten Sehnsucht nach Vergangenem“ intensiv an Stefan Zweigs "Welt von gestern" erinnert, entdeckt in der Partitur eines durchaus modernen Konversationsstückes aber zugleich die Expansionskräfte der Kunstwelt vom Anfang der Dreißiger Jahre. Die Arabella von 1932 ist die allerletzte Oper des legendären Musiktheater-Gespanns Richard Strauss / Hugo von Hofmannsthal. Regisseur Uwe Schwarz: „Wir bleiben im Kontext von 1860, haben aber zumindest in einer anderen Raumlösung den zentralen Gesichtspunkt des Spielens miteinander sichtbar zu machen versucht.“ Gespielt werde hier nicht nur in der banalen Form, wenn der Vater die Familie durch seine Kartenspielsucht in finanzielle Bedrängnis bringt. Auch das beständige Versteckspiel der notgedrungen als Junge verkleideten Schwester Zdenka mit ihrem Wunschmann Matteo und besonders das existenzielle Spiel der Arabella zwischen der Sehnsucht nach der heilen Welt von gestern und ihrem mutigen Aufbruch in eine selbstbestimmte Zukunft sei hierin zu fassen. Schwarz: „Das Stück spielt Mitte des 19. Jahrhunderts. Das ist nicht mehr das großartige Wien, sondern schon ein leicht morbides, degeneriertes. Und je tiefer man in Text und Musik eintaucht, umso mehr begeistert einen, wie vielschichtig und filigran die Charaktere und ihre existenziellen Kämpfe gestaltet sind.“

Arabella stehe zwischen zwei Welten, müsse auf "ihrem" Ball Abschied vom vorigen Leben nehmen: "Es ist doch klar, dass da Momente des Zweifelns eine große Rolle spielen. Und keine der Figuren ist ungebrochen positiv gezeichnet, sondern individuell und sehr echt."

www.theater-kiel.de

Von Christian Strehk

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