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Göttliche Gesangskönigin

Anna Prohaska Göttliche Gesangskönigin

Der Sopranistin Anna Prohaska gelang in der NDR-Reihe "Das Alte Werk" ein hinreißendes Arien-Doppelportät der Königinnen Dido und Kleopatra.

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Hamburg. Will man eine Rangfolge unter den Sängerinnen wagen, gebührt ihr inzwischen ein sonniges Plätzchen ganz weit oben: Anna Prohaska darf zu den faszinierendsten Stimmen und Sängerpersönlichkeiten im Lyrik- und Koloratursopranfach gezählt werden. Das hat die 1983 als Tochter eines österreichischen Opernregisseurs und einer irisch-englischen Sängerin im mittelschwäbischen Neu-Ulm Geborene jüngst als Susanna im neuen „Figaro“ an der Berliner Staatsoper und nun in der NDR-Reihe „Das Alte Werk“ in der Hamburger nachhaltig bestätigt.

In der Laeiszhalle gelang ihr am Freitag, umhüllt vom exemplarisch feinsensorisch pulsierenden Spiel von Giovanni Antoninis Originalklang-Ensemble Il Giardino Armonico, ein geradezu sagenhaft vielseitiges Doppelporträt der Königinnen Dido und Kleopatra. Im vielfarbig schimmernden Brokat-Klang der zarten, aber weittragenden Stimme gingen die wechselnden Affektstimmungen der Arien von Purcell, Graupner, Hasse, Händel oder Cavalli wie vorüberziehende Wolken unmittelbar auseinander hervor. Feurig blitzende Koloraturen, bewegende Klagetöne oder perlende Glücksgluckser – alle schienen ihr mühelos zu Gebote zu stehen. Und das bei vorbildlicher Diktion auf Deutsch, Italienisch und Englisch. Am 26. Februar will NDR Kultur den Mitschnitt senden. Wurde das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts von einer Christine Schäfer gekrönt, könnte das zweite Anna Prohaska gehören.

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Ein Artikel von
Dr. Christian Strehk
Kulturredaktion

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