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Arrangement mit Eigenleben

Ateliergemeinschaft neunzig° hat fünf Kollegen eingeladen Arrangement mit Eigenleben

Gäste geben neue Impulse, das wissen die fünf Künstler der Ateliergemeinschaft neunzig° sehr genau. Jedes Jahr laden sie daher fünf Kollegen zur Gruppenausstellung mit dem traditionellen Titel „Fünf“ . Am Sonnabend ist Eröffnung im Holzkoppelweg.

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Irritierend und spannend: Danijela Pivasevic-Tenners Installation im Atelier neunzig°.

Quelle: ehr - Marco Ehrhardt

Kiel. Detlef Schlagheck, Kurator der Galerie K34 im ehemaligen Schleckermarkt, ist auf Einladung von Dieter Stolte dabei. Mit einem abstrakten Ungetüm aus Holz und schwarzer Kunststofffolie, das sich um einen Schornstein aus blitzendem Edelstahl windet, setzt er einen starken Akzent an der Außenfassade. „Die Form orientiert sich am Ort“, so der Muthesius-Absolvent, der im Innern mit unverhofft feinen Kugelschreiberzeichnungen der Flüchtigkeit des Augenblicks nachspürt.

 Daniela Pivašević-Tenner, ausgewählt von Zuzana Hlinakova, zeigt hier eine so irritierende wie spannende Installation. Aus Teekannen, die sie vor der Glasur deformiert und als zweidimensional „zermatschte“ Objekte kopfüber an die Wand gebracht hat, lässt die künstlerische Leiterin der Stadttöpferei Neumünster ein Rinnsal aus flüssigem Porzellan fließen. Davor bildet ein Tisch mit vier intakten Kannen, eingefroren durch mehrfache Porzellangüsse, ein seltsames Stillleben. Durch die Risse, die während des Trocknungsvorgangs entstehen, wird das Arrangement ein Eigenleben entwickeln.

 Aus weißem Gips geformt sind vier wabenartige Elemente, die Jenny Reißmann in quadratischer Anordnung auf Baustahlträger gesetzt hat. Aus den bizarren, kugeligen Behausungen sind kratzende, raschelnde, bisweilen schmatzende Geräusche zu hören, die miteinander kommunizieren und einen unsichtbaren Raum zu bilden scheinen. „Mein Hauptthema ist das Wohnen und Besiedeln“, so die Bildhauerin, die der Einladung von Hendrik Lörper gefolgt ist. Knackige Malerei steuert der aus Hanau stammende Autodidakt Hartmut Gloger bei. Der Gast von Uli Behl setzt sich in seiner Kunst mit Mensch und Technik, Kommunikation und Gesellschaft auseinander und hat neben der symbolisch aufgeladenen Serie „HandyLand“ abstrakte Kompositionen zum Thema „Sediment-Effekt“ mitgebracht. Die starke Farbigkeit seiner Arbeiten erklärt er mit seiner Liebe zur mittelalterlichen Malerei und der gleichzeitigen „Auflehnung gegen den neuzeitlichen Hang zur Monochromie.“

 Anders Petersen bleibt bei diesen Ausführungen gelassen. Er ist seit Jahren seinem Bildkonzept zwischen Malerei und Skulptur treu, das auf vordergründig monochrom anmutenden Holzplatten mit eingearbeiteten Zinkplatten basiert. Die Farbe wird dabei in mehreren Schichten auf den Malgrund aufgetragen, so dass das Furnier deutlich hervortritt. Von den geometrischen Metallplatten, die er zuvor auf das Holz montiert hat, wird sie anschließend abgeschliffen – ein Vorgang, der in der matt schimmernden Zinkoberfläche reliefartige Spuren hinterlässt. „Die Kompositionen korrespondieren mit der Architektur und der Helligkeit des Raumes“, so der Gast von Susan Walke. „Und die Zinkplatte wird zur Skulptur.“

Holzkoppelweg 33. Eröffnung Sonnabend, 18 Uhr. Bis 2. Oktober. Fr 16-19 Uhr, Sa+So 13-17 Uhr und nach Vereinbarung 0431/6434828 (U. Behl)

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