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Weckruf mit Erinnerungen

Wacken Weckruf mit Erinnerungen

Das Metal-Mekka ist zum 27. Mal zum Leben erwacht. Wacken, das einmal pro Jahr lauteste Dorf der Welt, hat nicht nur wieder zigtausende Besucher aus aller Welt, sondern endlich dröhnen auch die Verstärker und bringen die stählernen Herzen zum Beben.

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Saxon mit Frontmann „Biff“ Byford machten schon am späten Nachmittag Lust auf die guten alten Metal-Zeiten.

Quelle: Michael Kaniecki

Wacken. Friseurbesuch auf unbekannte Zeit verschoben, der Drei-Tage-Bart sitzt, Springerstiefel gut geschnürt und ab geht es Richtung Wacken. Wacken, das heißt neben kurzer Hose und dem verwitterten T-Shirt der Lieblingsband müssen auch immer die Regenjacke und –hose ins Gepäck, falls die Launen der Metal-Götter sich mal wieder mit „Thank You Very Matsch“ für den Besuch bedanken. Kurz schlägt man sich mit der flachen Hand vor die Stirn, weil das Auto drei Tage zuvor in der Waschanlage war – eine absolut sinnlose Investition.

 Erste Auffälligkeit ist die Polizeikontrolle kurz vor Erreichen des Festivalgeländes, auch im Bereich des „Holy Wacken Land“ ist eine verstärkte Polizeipräsenz zu beobachten. Das Personal ist wie immer freundlich und professionell, die Atmosphäre ist entspannt. Für Fotorucksäcke, Laptoptaschen und weitere (Dienst-)utensilien werden extra nummerierte Capes ausgehändigt, die dem Besitzer zugeordnet werden können. Auf dem Festivalgelände sind Taschen und Rucksäcke aus Sicherheitsgründen in diesem Jahr verboten. Der Sinn dieser Maßnahme stößt durchweg auf Verständnis, der Spirit von Wacken bleibt unerschüttert.

 Die Farbe der Saison ist wie immer Schwarz, einzige geduldete Ausnahmen sind Tierkostüme und natürlich die blauen Jeanskutten, in diesem Jahr von einigen Mutigen auch in pink vorgeführt. Doch auch dies lässt die Metal-Familie großzügig durchgehen, schließlich eint alle die Begeisterung für dieses vielfältige Genre, das am Donnerstag mit der „Night To Remember“ Größen der späten Siebziger, frühen Achtziger aufbietet. Im Publikum finden sich sehr viele Erinnerungsfähige, die zu der Zeit bereits einen Schulabschluss oder einen Gesellenbrief in der Tasche hatten. Viele reiten bereits erste Attacken gegen das Kurzzeitgedächtnis, doch mit ein paar Bieren in Bauch und Kopf lässt sich eine Band wie Saxon, die die „Night To Remember“ eröffnet, eben noch besser abfeiern. Mit Battering Ram, dem Titelsong ihres aktuellen Albums starten der immer noch bestens disponierte „Biff“ Byford und seine Mannen kraftvoll auf der großen Black Stage in den Nachmittag. Motorcycle Man, Sacrifice – altes und neues Material aktivieren den Pommesgabelgruß und die ersten Chöre erschallen über das Infield und Spiderman wird zum Crowdsurfer. Weitere Bands des Abends sind Foreigner, Whitesnake mit Sänger-Legende David Coverdale und später natürlich Iron Maiden, eine der berühmtesten Metalbands der Welt. Bierkonsum und Stimmung auf hohem Level, alles gut in Wacken.

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