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Seelenlandschaften, maritim geprägt

Ausstellung „Sea Clouds VII – Gezeiten“ im Atelierhaus Seelenlandschaften, maritim geprägt

Beim Herstellungsprozess ihrer Bilder kommt Erde und Seesand zum Einsatz, manchmal auch Flechten, Muscheln oder Algen – und immer viel Meerwasser. Deshalb passt die Kunst von Corinna Kraus-Naujeck und Kerstin Mempel so wunderbar in unsere Region. "Sea Clouds VII – Gezeiten" nennen die Kieler Künstlerinnen ihre Schau im Atelierhaus im Anscharpark, zu der sie als Gast den Fotografen Florian Gaida aus Selk eingeladen haben.

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Corinna Kraus-Naujeck, Fotograf Florian Gaida und Kerstin Mempel stellen zu Dritt im Anscharpark aus.

Quelle: ehr - Marco Ehrhardt

Kiel. Als „Körperlandschaften“ bezeichnet er seine in schwarzweiß gehaltenen männlichen Aktfotografien, die er zu abstrakten Figuren zusammengesetzt hat. Durch die Montage der extremen Nahaufnahmen entstehen Leerstellen und Zwischenräume, die sich zu rhythmischen Mustern formieren. Im schlanken Querformat immer schmaler werdend, passen sich die Formate der Fotoarbeiten einer Bilderserie von Kraus-Naujeck an, die wie er zum Thema Essenz und Reduktion gearbeitet hat. Ihre farblich reduzierten, meist in Schweden entstandenen Landschaften, gezeichnet und gemalt auf alten Seekarten, lenken den Blick auf Details wie Muscheln, Pflanzen oder Bergformationen, die sorgfältig mit feinem Stift herausgearbeitet sind. „Durch das extrem schmale Format wird man gezwungen, auf die kleinen Dinge zu schauen“, so die Künstlerin, die ihre wie auch Gaidas Arbeiten als Seelenlandschaften bezeichnet. In ihren größerformatigen Bildern überlagern sich Schichten aus Fotografien, Transparentpapier, Aquarellmalerei und Zeichnung. Hier verbergen sich geheimnisvolle Geschichten, in denen schemenhafte Frauenfiguren, als Schablonen ausgeschnitten und mit Schellack bemalt, die Protagonistinnen sind.

 Kerstin Mempel hat es zum Malen wie so oft in den Süden Europas gezogen. Entsprechend prall ist die Farbigkeit ihrer Aquarelle, die durch die Verflechtung architektonischer und floraler Versatzstücke zunehmend abstrakte, bisweilen fantastische Welten kreieren. Aus fröhlich bunten Kakteenblüten lässt die Nagel-Schülerin Figuren und geisterhafte Fratzen wachsen, woanders staksen Fischerboote auf hölzernen Stelzen über den Strand zurück ins nasse Element. Traumgeschichten stecken in der Serie Halbschlaf, wo eine fragil skizzierte weibliche Gestalt in einer Welt voller kräftiger Farben die skurrilsten Dinge erlebt.

 Heiligendammer Str. 15. Eröffnung Freitag, 24. Juni, 19 Uhr. Bis 3. Juli. Do-So 11-18 Uhr

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