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Grandios um die Ecke gedacht

Lena Kaapke bekommt den Kunstförderpreis des Landes Grandios um die Ecke gedacht

Sie ist Norwegen-Fan, Lehrbeauftragte an der Muthesius Kunsthochschule und vor allem Keramikerin. Am Montag wird Lena Kaapke in Norderstedt der Förderpreis des Landes Schleswig-Holstein in Höhe von 5000 Euro verliehen.

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Feldforschung mit Keramik: Lena Kaapke im Atelier.

Quelle: Foto: Björn Schaller

Kiel. Eigentlich wollte Lena Kaapke Lehrerin für Latein und Kunst werden. Dass daraus nichts wurde, hat sie nie bereut. Allerhand Auszeichnungen hat sie seit 2014 gesammelt, im Vorjahr schloss sie ihr Master-Studium in Kiel ab. „Der Preis ist ein echtes Geschenk“, freut sich die 27-Jährige, „ich kann damit auf einen Schlag mein Bafög zurückzahlen.“

 In ihrem Atelier im Anscharpark sieht es nach Arbeit aus. Derzeit sitzt sie an einem Forschungsprojekt zur Farbe Rot in den keramischen Technologien. „Wir wollen ein Glasur-Archiv anlegen, das sinnlich geordnet ist“, erzählt sie. „Ich versuche dafür alle Rottöne zu finden, die es gibt. Dafür erarbeite ich entsprechende Rezepte, anhand derer man sie herstellen kann.“ Lena Kaapke ist keine Keramikerin im herkömmlichen Sinne. Zwar arbeitet sie durchaus mit Tellern und Gefäßen, „ordentlich“ hergestellt auf der Drehscheibe. Doch ihre Schüsseln, Tassen oder Teekannen stehen nicht für sich, sondern stellvertretend für eine Aussage, die bei der Schülerin von Kerstin Abraham gern auch mal gesellschaftspolitische Relevanz hat. 1500 Schüsseln heißt eine Bodeninstallation, die mithilfe gleich großer Schüsseln die Bevölkerungsdichte auf der Erde abbildet. Dabei ist jedem Land eine gleichgroße Grundfläche zugeteilt – die Anzahl der Schüsseln entspricht der Anzahl der Esser pro Quadratkilometer. Auf so etwas muss man erst einmal kommen. „Mir geht es nicht darum, ein perfektes Einzelstück herzustellen. Ich mag es vielmehr, wenn man Keramik als Medium nutzt“, sagt die gebürtige Flensburgerin. Das Wissenschaftliche, das Um-die-Ecke-Denken hat es ihr angetan. Und das mit einigem Erfolg. In Schleswig-Holstein waren schon verschiedene ihrer „Feldforschungen“ zu sehen – zuletzt im Rahmen der „Regionale“ Kunde von draußen, eine poetische Installation aus Fundstücken, flankiert von je einem gestempelten Teller. Als „Materialisierung meiner Naturerlebnisse in Norwegen“, versteht Kaapke die Arbeit. Grandios um die Ecke gedacht.

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