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Die Pumpe zum Trip bespielt

Aux und Kaleidobolt Die Pumpe zum Trip bespielt

Psychedelischer Rock – einerseits von der Kieler Band Aux liebevoll durchwandert, andererseits vom finnischen Trio Kaleidobolt meist wie vom Blitz durchschossen – war für viele Fans der Anlass, am Dienstag die Pumpe aufzusuchen, um sich gepflegt dem Wahnsinn hinzugeben.

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Kaleidobolt aus Finnland, das sind (v. li.) Marco, Valtteri und Sampo, verrockten die Pumpe.

Quelle: Kai-Peter Boysen

Kiel. In spärliches Licht getaucht ist die Bar im Keller der Pumpe und der Andrang zumindest so groß, dass die Eignung der Location für ein solches Konzert fraglich is. Für diejenigen, die es nicht auf die Stufe und somit die Bühnenebene schaffen, wird der Abend so zur reinen Audioveranstaltung. Der Stimmung tut dies dennoch keinen Abbruch, das Feld ist bestellt für Aux, den Fünfer aus Kiel um den barfüßigen Sänger Paul, der vom ersten Ton an zeigt, wo die Röhre hängt. Das macht er (meistens) ohne kraftmeiernde Brüllerei, sondern mit leichtem Reggae-Feeling und Seele. Vorsichtig und atmosphärisch stark begleiten ihn die zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug auf dem Trip durch die Soundwelt von Pink Floyd, The Doors und allerlei Krautrock. Das Tempo ist dementsprechend gemächlich mit gelegentlichen rockigen Ausbrüchen in Tempo und Vokaleinsatz. Klingt mutig und nach unbeirrbarem Willen, abseits gängiger Pfade zum Ziel zu kommen. Hie und da laufen Aux noch leicht aus dem Ruder, finden aber immer wieder zueinander. Interessant.

Ruf einer großartigen Live-Band bestätigt

Der Orange-Verstärker von Gitarrist und Sänger Sampo ist also bereits auf Betriebstemperatur, als Kaleidobolt ans Werk gehen. Bassist Marco drückt ein effektvolles Feedback aus dem Verstärker, Schlagzeuger Valtteri lässt ein Becken zischeln und dann dreht der Helsinki-Express auf. Fünf, sechs Töne in kantigem Rhythmus hin und zurück gespielt, Bass und Schlagzeug nehmen die Akzente auf und dann geht es mattenschwingend per „Rocket To The Moon“. Der Ruf einer großartigen Liveband eilt den dreien, die erst seit letztem Jahr zusammen spielen, voraus und sie bestätigen ihn innerhalb kürzester Zeit. Psychedelic und Stoner Rock mit progressivem Touch, der, wenn es zu verkopft wird, durch Headbangen wieder raus geschüttelt wird. Rhythmuswechsel, Tempowechsel oder das mantrenhafte Sägen an einem Riff, Kaleidobolt zelebrieren jeden Takt ihrer Songs. Sampos Stimme geht da ab und zu unter, aber das stört die tanzende und moshende Meute vor der Bühne nicht. Leiser wird es beim melodischen Gitarrenintro von „Into The Crevasse“, aber die Sturmwolken schweben über jedem Song Kaleidobolts und künden vom folgenden Inferno, das seine willigen Opfer danach verschwitzt und betäubt in die Nacht entlässt.

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