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Neues im Bekannten

„Weihnachtsoratorium“ in Elmschenhagen Neues im Bekannten

Dem Weihnachtsoratorium vom Johann Sebastian Bach neue Aufführungsvarianten abzugewinnen, ist eine Kunst. Den Kantoren Yvette Schmidt und Christian Steltner gelang es am Wochenende.

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Die Kantoreien von Michaelis- und Trinitatis-Gemeinde führten das „Weihnachtsoratorium“ auf, das Ensemble 158 begleitete auf historischen Instrumenten.

Quelle: bk

Kiel. Mit den vereinten Chören aus der Michaelisgemeinde Hassee und der Trinitatisgemeinde Elmschenhagen zeigten sie auf, wie sich auf hohem Niveau Neues im Bekannten entdecken lässt: Mit bestens einstudierten Sängern, die jederzeit sowohl beim frischen Tempo des Ensembles 158 als auch bei der individuellen Choralgestaltung dicht am Text mitzogen.

 Paradebeispiel für die expressive Dynamik und Interpretationsfreude der Choristen: Das Brich an, o schönes Morgenlicht. Unter Stelters Dirigat in der Stephanuskirche strahlte der Wunsch sofort in einem massiven Forte, ins behutsame, aber intensive Piano zurückgedimmt dagegen folgten die Textzeilen „dass dieses schwache Knäbelein, soll unser Trost und Freude sein“. Kämpferisch bis zum letztem Atemzug für das Gute eintreten – so entschieden klang die Botschaft „Dazu den Satan zwingen und letztlich Frieden bringen“.

 Eine glückliche Hand bewiesen Steltner und Schmidt beim zwei Jahre geplanten Gemeinschaftsprojekt in der Auswahl der Solisten und des Ensembles 158: Duftig, federnd und leicht war das rhythmisch akkurate Accompagnato der historischen Instrumente. Der Tenor Florian Sievers brillierte biegsam, mit jugendlich weichem und klarem Ton als Evangelist, die Altistin Anne-Beke Sontag empfahl sich mit einer verzierungsreichen, feurig-inspirierten Interpretation der Arie Bereite Dich Zion. Edle Töne mit frischem Kern steuerte die Sopranistin Lisa Florentine Schmalz im Duett Herr Dein Mitleid bei. Erzählerisch stark nahm der Bass Konstantin Heintel das sportliche Grundtempo auf. bk

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