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Der Wundheiler der deutschen Sprache

Bastian Sick im Metro Der Wundheiler der deutschen Sprache

Bastian Sick, seit dreizehn Jahren als Retter des Genitivs unterwegs, durfte sich über einen sehr gut gefüllten Saal im Kieler Metro-Kino freuen. In seinem Programm „Best of Dativ“ amüsierte sich das Publikum über mittelschwere Sprachverbrechen und durfte auch den eigenen Kenntnisstand überprüfen.

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Bastian Sick amüsierte im Kieler Metro-Kino.

Quelle: kpb:KAI-PETER BOYSEN

Kiel. Ein Blick in die sprachliche und orthografische Unterwelt ist immer noch sehr reizvoll für das Publikum und Bastian Sick, der Autor des Bestsellers „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“, bewährt sich seit vielen Jahren als Führer durch den Dschungel aus missglückten Werbeschildern und grammatikalischen Stolperfallen.

Im Metro-Kino berichtet er zu Beginn von einem neuen Kasus namens „Vonitiv“. Der findet sich auf der Umgehungsstraße des Genitivs in tragischen Sätzen wie „Mutter von vier Kindern erschlagen“ oder der schmerzhaften Zeile „Schuss an die Latte von Beckham“.

Dank der Projektion mittels eines Beamers wird das Publikum Augenzeuge von Fundstücken aus deutschen Super- und Gartenbaumärkten, in denen die „Orschidee“ oder das „Vergießmannicht“ angepriesen werden.

Auch der Political Correctness widmet sich der Journalist und Autor; hier fällt insbesondere das „afro-europäische Schaumtörtchen“ ins Auge. Interessant sind seine Ausführungen zur Herkunft der üblichen Indianerstammesbezeichnungen, die meistens von Nachbarstämmen etabliert wurden und oft negative Bedeutungen haben.

Ein Großteil des Publikums, das sich selbst auf sicherem Sprachterrain wähnt, wird bei der Frage, ob man jemandem „wohlgesinnt“ oder „wohlgesonnen“ sei (richtig ist Ersteres), schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Mit Gedichten, Texten und vielen Sprachfundstücken aus dem wahren Leben würzt Bastian Sick sein unterhaltsames Programm, und der lange Schlussapplaus zeigt, dass das Publikum dem Autoren und dem Dativ immer noch wohlgesonnen, äh,…gesinnt ist.

Von kpb: Kai-Peter Boysen

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