27 ° / 11 ° heiter

Navigation:
Köstliche Odyssee im Notenraum

Berliner Musikkabarett-Trio Köstliche Odyssee im Notenraum

Ein buntes Trio nahm die Zuschauer und –hörer im Lutterbeker mit an Bord des Raumschiffs BEM!terprise und führte es auf Schatzsuche durch die unendliche Weite der Noten.

Voriger Artikel
Auf Tauchstation
Nächster Artikel
Amüsante Harmlosigkeiten

Irrwitziges Trio: der Tubist Benjamin König mit dem Pianisten Enno Kraus und Miriam Dirr am Saxofon.

Quelle: Björn Schaller

Lutterbek. Worte braucht das Berliner Ensemble BEM! nicht in seiner intergalaktischen Musikkomödie BEM! Me Up, denn wer die Tasten und Klappen von Klavier, Tuba und Saxofon so elegant zu bedienen weiß wie Enno Kraus, Benjamin König und Miriam Dirr, kann sich in allen Galaxien verständlich machen. Und unterhalten natürlich, da zwischen dem rigoros quäkenden und saxofonierenden Käptn Mörk (Miriam Dir), dem schön grünen zotteligen Butschakka (Tubist Benjamin König) und dem elektronischen Leutnant E (Pianist Enno Kraus) ein amüsantes Beziehungsgeflecht entsteht, das die BEM!terprise fast ins Verderben stürzt.

 Käptn Mörk führt ein eisernes Regiment an Bord. So stimmen nach zartem Widerstand alle ein in die Titelmelodie von Star Trek. Auftakt des galaktischen Soundtracks, der mittels Johann Strauss` An der schönen blauen Donau, eine Reminiszenz an Stanley Kubricks 2001 – Odyssee im Weltraum, walzernd in die Schwerelosigkeit führt. Es ist zum Schunkeln. Butschakka knuspert eine Reiswaffel, verliert gehorsam im Kartenspiel gegen Käptn Mörk – bis die schräg modulierten Töne aus dem Keyboard Leutnant Es sein Herz berühren. Die Liebe des Tieres zur Maschine entbrennt, argwöhnisch und eifersüchtig wahrgenommen von Käptn Mörk. Liebestrunken vergisst Butschakka alle Warnungen und lehnt sich auf den roten Knopf. Alarm, Sound- und Lichteffekte, Schiff und Crew werden heftig durchgeschüttelt, Bruchlandung.

Befreiungsschlag für alle Beteiligten

 Viele schöne Einfälle machen diese „Trioperette“ zu einer kurzweiligen und skurrilen Angelegenheit. Angefangen bei den Kostümen und den Soundeffekten bis zur heftigen Auseinandersetzung mit einem Alien, der sich an Käptn Mörks Rücken festgesaugt hat.

 Letztlich kann es nur eine Melodie geben: das Star Wars Theme; ein Befreiungsschlag für alle Beteiligten. Aus dem eifersüchtigen, gestrengen Käptn Mörk tritt das innere Kind hervor, statt Fläschchen wird ein Saxofon gereicht und der Alien wird zum Kuscheltier. Butschakka reift zum echten Kerl und bringt den liebestoll gewordenen Leutnant E zum Elektrorgasmus. Großes Finale einer irrwitzigen Darbietung.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3