17 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Wallanders literarischer Vater ist tot

Krimi-Kultstar Mankell Wallanders literarischer Vater ist tot

Henning Mankell war einer der erfolgreichsten Krimiautoren der Welt. Berühmt machten ihn die Wallander-Romane. Doch den Schweden zeichnete viel mehr aus – etwa sein Afrika-Engagement. Jetzt ist er gestorben.

Voriger Artikel
"Fack ju Göthe"-Star Jella Haase mag Hamburgs Herzlichkeit
Nächster Artikel
Dreigeteilter Hoffmann

Starb am Montag im Alter von 67 Jahren: der schwedische Autor Henning Mankell.

Quelle: dpa/Inga Kjaer

Stockholm. Der schwedische Krimi-Autor Henning Mankell ist tot. Der Schöpfer der Geschichten um den mürrischen Kommissar Kurt Wallander starb am frühen Montagmorgen im Alter von 67 Jahren in Göteborg, wie der Hanser Verlag in München mitteilte. Ende 2013 war der rastlose Schreiber, Afrika-Liebhaber und streitbare Friedenskämpfer an Krebs erkrankt.

Seine Krankheit hatte er in der Autobiografie „Treibsand“ verarbeitet. In einer Kolumne für die Zeitung „Göteborgs Posten“ schrieb er: „Ich höre Menschen sagen: „falls“ ich sterbe, aber zum Teufel, es heißt „wenn“ ich sterbe – der Tod ist das einzige, dessen wir uns ganz sicher sein können.“

Mit seinen Wallander-Krimis hatte der Schriftsteller über viele Jahre Auflagen in schwindelnden Höhen. Mit mehr als 15 Millionen verkauften Büchern allein in Deutschland und weltweit über 40 Millionen katapultierte der Kommissar aus Ystad seinen literarischen Vater regelmäßig an die Spitze von Bestsellerlisten und machte ihn zu einem der meistgelesenen Krimi-Autoren weltweit.

Vielfältige Werke und Engagement

Doch Wallander als Mankells Lebenswerk zu bezeichnen, greift zu kurz. Der Schwede verfasste auch Romane zu vielen anderen Themen, schrieb fürs Fernsehen und stellte Theaterstücke auf die Beine. Sein politisches Engagement gegen Armut und Analphabetismus in Afrika nahm einen großen Teil seiner Zeit in Anspruch. Der Kontinent war neben Schweden seine Heimat, viele seiner Bücher handeln von Afrika.

Solidarisch zeigte sich der überzeugte Sozialist mit den Palästinensern. Der Richtersohn, der mit Eva Bergman, einer Tochter von Filmregisseur Ingmar Bergman verheiratet war, gehörte 2010 zu den Passagieren einer „Gaza-Hilfsflotte“, die israelische Soldaten mit einem blutigen Einsatz stoppten.

Einen besonderen Bezug Mankells zur Landeshauptstadt Kiel gibt es durch zwei Drehbücher, die er für den Tatort Kiel geschrieben hatte. 2009 war das "Borowski und der vierte Mann" und 2010 "Borowski und der coole Hund".

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
KN-online (Kieler Nachrichten)

Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3