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Melodien für Millionen

Beyond the Black im Max Melodien für Millionen

2014 Bandgründung und Wacken-Auftritt, 2015 Saxon-Support, Einstieg auf Platz zwölf der Album-Charts, wieder Wacken und Headliner-Tour: In der deutschen Metal-Szene hat lange keine Band mehr einen solchen Blitzstart hingelegt wie Beyond The Black, die am Donnerstag das Max zum Kochen brachten.

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Brachte mit ihrer Stimme auch eine gehörige Portion Pop in den Symphonic-Metall von Beyond The Black: Sängerin Jennifer Haben.

Quelle: Björn Schaller

Kiel. Zu den Nebeneffekten ihrer Instant-Popularität zählt am Donnerstag nicht nur ein volles Max, sondern auch ein gleich doppelter Support. Nachdem Inlegend die Gäste abgetaut haben, sorgen die Power-Metaller von Masterplan für erste Stimmungshochs. Mal patiniert und schleppend, mal druckvoll und dynamisch präsentiert das 2006 gegründete Quartett durchweg melodiöse Songs, musikalisch stets gekrönt durch den Helden-Kreischtenor des Schweden Rick Altzi. Nicht zuletzt wegen ihrer Animationsversessenheit rufen Masterplan dabei mitunter das Holsten-Zeit der Kieler Woche in Erinnerung. Auch das Band-Credo, das Gitarrist Roland Grapow zwischen den Stücken formuliert, will dazu passen: „Wir sind eigentlich immer gut drauf und wollen etwas Positives rüberbringen.“

Der einzig mögliche Hauptact

Dass sich die Band des ehemaligen Halloween-Gitarristen hier in der Vorgruppen-Rolle wiederfindet, hat seinen Grund. Als Beyond The Black wenig später auf die Bühne treten, ist unmittelbar klar, dass sie der einzig mögliche Hauptact des Abends sind. Das Sextett wirkt unglaublich frisch und zugleich früh gereift. In einer Altersklasse, in der andere Bands ihre Musik noch in Jugendzentren präsentieren, rocken die Symphonic-Metaller professionell Häuser und Festivals aller Größenordnungen. Glanzlicht ist dabei Sängerin Jennifer Haben, deren kraftvolle, aber auch immer sehr lyrisch wirkende Stimme naturgemäß an Genre-Kolleginnen wie Nightwish-Frontfrau Floor Jansen, aber auch an R&B-Stars wie Alicia Keys denken lässt. Überhaupt steckt eine gehörige Portion Pop unten den opulenten Arrangements der Band, in denen die musikalische Härte nur ein Motiv unter vielen ist. Mustergültig war dies zuletzt in Jennifer Habens Auftritt beim ZDF-Fernsehgarten zu erleben, wo die Sängerin Motörheads Love Me Forever in einen DSDS-Schmuser verwandelte, der in Kiel nun wieder in der aufgepowerten Version erklingt.

Auch das Biest zur Schönen ist dabei

Die Balladen nehmen hier auch sonst einen breiten Raum ein, für deren Umsetzung sich die Sängerin gerne an den Bühnenrand setzt. Wenn es heftiger wird, bekommt sie Unterstützung von Gitarrist Christopher Hummels, der als viriler Shouter gewissermaßen das Biest zur Schönen gibt. Überdies ist er ein echter Heizkeks mit dem Spezialgebieten Mitmach-Nummern und Spaßansagen. Dass der Mystery-Faktor des Projekts dadurch live ein wenig sinkt, geht in Ordnung. Die Musik kann deshalb Hobbits und Zwergen ebenso viel Spaß machen wie Orks und Elben. Zu den Höhepunkten in Laufe des kurzweiligen Konzerts zählen das Saxon-Cover Sacrifice, die diesjährige Wacken-Hymne Rage Before The Storm und als Abschluss das Titelstück des aktuellen Albums Songs Of Love And Death. Man würde sich gleich an der Bar wiedersehen, verspricht Hummels nach einem kompakten Zugabenblock. Stabile Ansage.

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