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Federleicht und kraftvoll

Bildhauer Jörg Plickat Federleicht und kraftvoll

Wo auf der Welt seine Skulpturen stehen, weiß Jörg Plickat nicht so genau. „Vielleicht in 20 Ländern. Auf jeden Fall sind sie auf vier Kontinente verteilt.“ Während dieser Tage eine seiner Großskulpturen auf dem Seeweg nach Australien schippert, präsentiert der Bildhauer aus Bredenbek handliche Werke in der Hans Kock-Stiftung.

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Kontrastreiche Exponate: Jörg Plickat und seine Frau Rotraut auf Gut Seekamp.

Quelle: Björn Schaller

Kiel. Knapp 50 Skulpturen und Bilder, entstanden in den letzten 35 Jahren, werfen einen Blick auf das Ouevre des 61-Jährigen. Porträtbüsten in Bronze zählen zu den frühesten Exponaten, sensibel modellierte Gesichter, die so gar nicht auf die abstrakte, geometrisch geprägte Formensprache hindeuten, für die Plickat heute berühmt ist. Dass er sich den sicheren Blick für das Figürliche bewahrt hat, zeigen ausdrucksvolle Aktbilder, hingetuscht („in fünf Minuten - mit Stoppuhr“) als Anschauungsmaterial vor Studenten in China, denen er damit zeigen wollte, dass ein Künstler das Ganze im Blick haben sollte, bevor er sich in Details verliert. Die federleicht anmutenden Radierungen und Bilder stehen in reizvollem Kontrast zu den kraftvollen Skulpturen, die der abstrakten Figuration gewidmet sind.

 Paare sind ein durchgehendes Thema. Die Körper sind dabei auf ineinander verschränkte, architektonisch anmutende Stelen reduziert, vereint in ihrer Dualität durch verbindende Oberflächen. Ob Cortenstahl, weißer Marmor oder roter Travertin: Was das Material angeht, hat der Koblasa-Schüler, seit 2011 als Gastprofessor in Peking, Hangzhou und Madrid, keine Vorlieben. „Im Gegenteil. Ich finde es schön zu wechseln. Denn jedes Material hat charakteristische Eigenschaften, die die Wirkung einer Skulptur beeinflusst.“

 Das Material an sich steht auch bei Ehefrau Rotraut Fischer-Plickat an erster Stelle. Die Schmuckkünstlerin spielt in ihren extravaganten Kreationen mit dem Reiz weitgehend naturbelassener Fundstücke. Rote Korallen, schwarzen Lava- oder hellen Tuffstein versetzt sie in Halsketten mit kleinen Silberplättchen, die als glänzende Highlights zwischen dem rauen Gestein funkeln. Auf anderen von der Natur rund geschliffenen Steinen setzen Intarsien aus Gold und Silber blitzende Akzente. In Silber gefasst und teils mit Edelsteinen besetzt, hat die Künstlerin sie zu Ringen oder Broschen mit skulpturaler Anmutung verarbeitet.

Hans Kock-Stiftung, Seekamp. Eröffnung Sonntag, 11.30 Uhr. Bis 4. Oktober. Geöffnet sa + so 11-16 Uhr und nach Vereinbarung unter plickat@gmail.com

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