23 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Von der Wertigkeit der Dinge

Birgit Bellmann im Kunstraum B Von der Wertigkeit der Dinge

Woher kommt die Wertigkeit von Dingen und wer legt sie fest? Für die Kunst von Birgit Bellmann sind diese Fragen von einiger Relevanz. Kein Wunder also, dass die Wahl-Berlinerin sich im Rahmen der Reihe B-fragt von der Frage „Kirschohrring oder Kronjuwel?“ angesprochen fühlte.

Voriger Artikel
Zum Tod des Jazzsängers: NDR plant Cicero-Nacht
Nächster Artikel
Wer Ideen hat, kann kommen

Birgit Bellmann stellt im Kunstraum B in Kiel aus

Quelle: bos: Björn Schaller

Kiel. „Ich habe eine große Sympathie für die einfachen Dinge“, so die Künstlerin, die nach Studien in Nürnberg und Lyon ihr Diplom an der Kunsthochschule Berlin-Weissensee absolvierte und seit 2006 als Dozentin an Sommerakademien in Berlin und Thüringen lehrt.

 Gips gehört ihrer Ansicht nach zu diesen „angeblich wertlosen Dingen“, genauso wie ungebrannter Ton. So zeigt sie im Kunstraum B einen formlosen Fladen aus Ton, aus dem sie einen Stab wie eine Antenne ragen lässt. Glasklar schimmert der Stab aus seinem graubraunen Nest, doch was so edel aussieht, ist simpler Gipskristall – alles eine Frage der Perspektive. Quer durch den Raum ist ein großes Stück Stoff gespannt, auf das mit feinem Pinselstrichen das Foto einer reichlich tristen Landschaft in unterschiedlichen Nuancen von Grau übertragen ist. Das Foto stammt aus dem Internet und zeigt eine Ödnis, inmitten derer 1905 der größte jemals gefundene Diamant entdeckt wurde. „Diese Ödnis ist grafisch interessant“, so die 42-Jährige. „Durch zarte Kontraste lässt sie sich in eine belebte Zeichnung überführen.“

 Birgit Bellmann arbeitet gern mit Vorgefundenem. Eine Heiligenfigur vom Trödler hat sie ihrer künstlichen Patina beraubt und durch eine filigrane Ritzzeichnung den Gips-Kern sichtbar gemacht. Wie bei einem Kupferstich sei sie dabei dem Faltenfall nachgegangen, erzählt sie. Eine gute Erklärung dafür, dass die Gestalt in flirrendem Schwarzweiß nach ihrer Behandlung mit Stichel und Messer aussieht, wie mit einem kostbaren Überzug veredelt. sth

 Wilhelminenstraße 35. Eröffnung heute, Mittwoch, 18 Uhr. Bis 23. April. Do-Sa 15-18 Uhr

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3