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Zwei wie Feuer und Eis

„Bliev doch to’n Fröhstück“ am Wilhelmplatz Zwei wie Feuer und Eis

„Das Spannende an diesem Stück sind die beiden Hauptfiguren, weil sie so unterschiedlich sind wie Feuer und Eis“, sagt Regisseur Jens Böke über die Protagonisten der Komödie Bliev doch to’n Fröhstück, deren Premiere am Freitag über die Niederdeutsche Bühne Kiel geht.

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Krasse Gegensätze auf der Bühne: von links Jens Böke (Regie), Ingo Büchmann, Sofie Köhler und Jannis Mieck.

Quelle: bos: Björn Schaller

Kiel. Von Beate Jänicke

Im Stück von Gene Stone und Ray Cooney (Niederdeutsch von Jochen Schütt) kreuzen sich unvorhergesehen die Wege von Tina und Eckard. Erstere ist eine ziemlich unkonventionelle junge Frau, die sich einfach durchs Leben treiben lässt. Zurzeit logiert sie bei Jimmy, einem jungen Musiker. Eckard Schmidt dagegen, Jimmys Nachbar, nimmt alles penibel genau. Sein Leben ist so aufgeräumt wie seine Wohnung, in die Tina einfach reinplatzt nach einem lautstarken Krach mit Jimmy.

 Die Uraufführung des Komödienklassikers Why Not Stay For Breakfast? passierte bereits 1970 in London. Jens Böke, der schon einmal 2009 an der Niederdeutschen Bühne Kiel inszenierte und vielen Theatergängern auch als Schauspieler und Regisseur bei anderen Freien Theatergruppen in Kiel bekannt ist, hat das Stück gemeinsam mit dem Ensemble behutsam in die Gegenwart versetzt. Auch räumlich hat man sich von London nach Kiel umorientiert. Über das von den Autoren „sehr gut und genau gebaute“ Stück freut sich Böke: „Es hat etwas sehr Britisches, einen trockenen Humor, der sehr gut nach Norddeutschland und zum Niederdeutschen passt. Die Gegensätze sind schon sehr krass, und die Dialoge prallen oft aufeinander.“

 Dabei achtet der Regisseur aufs Timing seiner Schauspieler: „Es ist wichtig, dass es auch mal schnell geht und sich die Darsteller prompt beim Wort nehmen, aber genauso entscheidend ist es, an anderer Stelle auch mal eine Pause zu machen.“ Für Sofie Köhler, die Darstellerin der Tina, ist ihre Rolle durchaus eine Herausforderung: „Weil sie so ganz anders ist als ich, rebellisch, flapsig, sie lässt sich nichts sagen. Aber mit dem Kostüm komme ich gut rein in die Figur, und es macht auch Spaß, mal so frech zu sein.“ Ihr Partner Ingo Büchmann, der den Eckard gibt, kann sich dagegen sehr gut in dessen Charakter einfühlen: „Er ist auf Ordnung bedacht, sehr aufgeräumt, das bin ich zum Teil auch, natürlich ist es im Stück viel extremer. Aber meine Frau wird schon ein paar Dinge von mir wiedererkennen.“

 Für Regisseur Böke ist es entscheidend, dass die Figuren auf der Bühne mit all ihren Widersprüchen agieren: „Was das Stück lebendig macht, ist, dass es Menschen sind, die miteinander umgehen. Sie hätten sich normalerweise nie getroffen, aber bei beiden kommt etwas in Bewegung durch den anderen.“

 Premiere: Fr., 30.9., 20 Uhr; weitere Vorstellungen: 1. und 2. Oktober, 18 Uhr, Theater am Wilhelmplatz.

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