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Einfach nur fröhlich

Blitz-Kritik: Festival am Strand Einfach nur fröhlich

Rocken und Rappen gegen Rassismus: Wie schon vor fast genau einem Jahr, als die so genannte „Flüchtlingskrise“ auf ihrem Höhepunkt war, bezog unter dem Motto „No Nation – Just People!“ das 5. Festival am kleinen Strand, veranstaltet vom Kieler Anstatt e.V., Stellung gegen Fremdenhass und Rechtspopulismus.

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Ein bisschen wie Woodstock am Skagerakufer, direkt neben dem Festival am kleinen Strand.

Quelle: Frank Peter

Der erste Eindruck:

Wo man singt, da lass dich ruhig nieder ... Hier bin ich richtig, bei denen, die zu uns kommen und uns mit ihrer Kultur bereichern. Ich nehme einen Zug aus der Wasserpfeife, die im Rund kreist, und lausche den Klängen und Gesängen zu arabischer Oud und Gitarre. Flüchtlinge haben am Rande des 5. Festivals am kleinen Strand ihren ihnen zustehenden Platz eingenommen und laden zum Mitsingen und -tanzen ein.

 

Das Programm:

Neun Bands spielten am Sonnabend am Skagerakufer ab 14 Uhr auf: Sergeant Dystopia, Herr Nüchternd, Safar Band, Misses Next Door, Herr Bösel, Mood Change (eingesprungen für die erkrankte Finna), Tubbe, Kobito und Soulfire Hifi. Wie es auf dem Poster am Bühnenrand stand – „Hinsehen, Hinhören, Einmischen – Fight Racism“ – bezogen alle mit ihrer Musik und vor allem in den Texten eindeutige bis kämpferische Position gegen den leider alltäglich gewordenen Rassismus und Fremdenhass sowie gegen Rechtspopulismus à la AfD, der diese befördert. Dass Musikerinnen und Musiker so unzweifelbar dagegen aufstehen – Chapeau! Und dass man zur politischen Botschaft auch noch tanzen und chillen kann – ein weiterer Chapeau!

 

Heizte mit seinem „Funk-Hop“ ein: Herr Bösel aus Kiel.

Quelle: Frank Peter

Das Publikum:

Woodstock, das Festival des Aufbruchs in den Sixties, ist nicht von vorgestern. Hier trifft man noch richtige Hippies – vom Kleid wie von den Gedanken her. Und es ist Sommer! In dessen Nacht, wo sich der Bann der Hitze löst und ein sanfter Nachthauch von der Förde her weht, scheinen alle vereint in progressiven politischen Gedanken, wovon man immer wieder hört, zumindest als „Ich find’ das gut, wie hier gegen AfD & Co. Musik gemacht wird“. Aber auch im lebendigen Mitmachen und Tanz zu den in die nackten Füße gehenden Rhythmen.

 

Was in Erinnerung bleibt:

Die Menschen auf dem Friedrichsorter Fördedampferanleger, wie sie da sitzen und die Beine baumeln lassen und „einfach nur fröhlich“ sind, weil „wir uns freuen, dass fremde Menschen zu uns kommen und wir mit ihnen vertraut werden, sie als beste Freunde bekommen“. So eine Zuhörerin. Und dazu drückt sie ihrem syrischen Freund einen Kuss auf die Wange ...

 

Fazit:

Wir brauchen solche Festivals, die auch eine poltische Botschaft haben, eine für Menschlichkeit und Völkerverständigung. Und vielleicht lernen das ja auch irgendwann die „besorgten BürgerInnen“, welche die AfD dann doch nicht wählen?

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