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Christian McBride's New Jawn Quartet

Großer Jazz in Neumünster Christian McBride's New Jawn Quartet

Zwei Deutschland-Stationen hatte das US-amerikanische Christian McBride‘s New Jawn Quartet auf seiner aktuellen Tour – die eine war das Quasimodo in Berlin, die andere die ausverkaufte Werkhalle in Neumünster. Was man wohl getrost einen weiteren Coup des Kulturfestivals „Kunstflecken“ nennen darf.

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Köstlich und keine leichte Kost: Christian McBride's New Jawn Quartet live in der Werkhalle in Neumünster.

Quelle: Manuel Weber

Der erste Eindruck

Neumünster. Wer in der Werkhalle auftritt, kann sich eines warmherzigen Begrüßungsbeifalls praktisch sicher sein. Auch dem mit fünf Grammys dekorierten Bassisten Christian McBride und seinen fabelhaften Mistreitern – Marcus Strickland (Tenorsaxofon, Bassklarinette), Josh Evans (Trompete) und Nasheet Waits (Schlagzeug) – ergeht es nicht anders. Die Vier halten sich nicht mit Begrüßungsfloskeln auf, sie steigen pronto in ihr Set ein und McBride bedankt sich sehr herzlich lieber später.

Das Programm

Es sind nur acht Stücke plus eines als Zugabe, was die Band da in knapp zwei Stunden spielt, und dennoch keine Längen. Ein Highlight ist das auf einer funky Bassline sicher auf dem schmalen Grat zwischen cool und hot balancierende „Seek The Source“ aus Stricklands Feder. Aber oder gerade auch deutlich sperrigere Tracks wie „Obsequious“ (Larry Young) oder „Brother Malcolm“ von McBride entwickeln eine ungeheure Fiebrigkeit.

Das Publikum

Beifallsfreudig, beklatscht jedes Solo. Wirkt konzentriert, aufmerksam, ist mucksmäuschenstill. Am Schluss erheben sich einige zu stehenden Ovationen. Allerdings wandert während das Konzerts auch eine Handvoll ab, offenbar ein wenig entnervt durch die nicht eben seltenen free-jazzigen Ausbrüche.

Was in Erinnerung bleibt

Wie insbesondere Schlagzeuger Nasheet Waits es durch unterschwellige Ausbruchstendenzen und dann auch tatsächliches Ausscheren und baldiges Einreihen schaffte, die Spannung extrem hoch zu halten.

Fazit

Ein phänomenales Quartett.

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Ein Artikel von
Thomas Bunjes
Kulturredaktion

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